Rückbau des Sportgeländes in Neckargartach

09. Januar 2020  Neckargartach

Wenn in den vergangenen Jahren Vertreter der Verwaltung bei öffentlichen Veranstaltungen nach Neckargartach kamen, waren sie stets voller Lob für die Kooperationsbereitschaft und das große Entgegenkommen der Neckargartacher Bürgervertretung. Diese war immer bereit, Probleme zu lösen, es sei nur auf den Bau der Flüchtlingswohnheime verwiesen, es sei daran erinnert, dass mit den Böllinger Höfen ein großes Industriegebiet entstanden ist. Wenn ich aufzählen wollte, was unserem Stadtteil alles aufgeladen wurde, würde das den Zeitrahmen sprengen. Immer wieder wurde von der Stadt versprochen, dass Neckargartach für seine Opfer auch belohnt würde. Aber: Das Gegenteil ist der Fall!

Was die Verwaltung bei der letzten Bürgerversammlung erwähnt hat, ist die Stützmauer, die in der Theodor-Körner Straße errichtet worden ist, genauer: errichtet werden musste, weil man den Hang ja nicht abstürzen lassen kann. Und dass eine neue Kindertagesstätte gebaut wird, ist ja ebenfalls eine notwendige Selbstverständlichkeit, wenn mit dem Bernhäusle ein neues Wohngebiet erschlossen wird.Neckargartach wird von der Stadtverwaltung stiefmütterlich behandelt und abgehängt, so auch mit der Vereinbarung zwischen dem SV Heilbronn am Leinbach und der Stadt Heilbronn. Als der VfL Neckargartach im Jahr 2014 mit der Spielvereinigung Frankenbach fusionierte, wurde immer versichert, dass das Sportgelände an der Wimpfener Straße erhalten bleibe. Aber in Wirklichkeit hatdie Stadt von Anfang an den Rückbau im Sinn gehabt. Der für sie wichtigste Satz in der Vereinbarung lautet demnach: „Die Fläche wird an die Stadt Heilbronn zur weiteren Nutzung“ zurückgegeben.“ Wie diese „weitere Nutzung“ aussehen wird, weiß man: Es wird wohl ein Baumarkt oder irgendeine Gewerbe- oder Industrieansiedlung dorthin platziert – als ob wir solche in Neckargartach nicht schon genug hätten. Man kann förmlich beobachten, wie sich das Industriegebiet Böllinger Höfe über die Campina und ihre Kläranlage in das Neckargartacher Wohngebiet schiebt.Auf der Strecke bleiben Freizeit- und Erholungseinrichtungen, geopfert werden Sport- und Bolzplätze. Dabei sollte ein Sportverein unterstützt und nicht beschnitten werden, wenn er ein „zeitgemäßes Angebot für Kinder, Jugendliche, Familien und Senioren im Breiten- und Gesundheitssport“ anbietet.Die Vereine sind für ihre Orte unabdingbar. Sie führen die Einwohner zusammen, stiften ein Gefühlder Zusammengehörigkeit, bieten Identifikation. Ihnen ihr Vereinsheim zu nehmen, ist ein Frevel, und das gilt auch für Sportgelände. Beim SV Heilbronn am Leinbach kommt noch hinzu, dass man in Neckargartach das Gelände rückbauen will, ohne dass überhaupt gesichert ist, ob und wie das Sportgelände in Frankenbach erweitert wird. In der Drucksache heißt es: „Im Rahmen des Bauleitplanverfahrens sind nach den Vorgaben des Baugesetzbuches die Belange des Umweltschutzes zu ermitteln und zu bewerten. Erst das Bebauungsplanverfahren wird eine endgültige Klarheit bringen, welche Anlagen in welcher Ausgestaltung und Beschaffenheit zulässig oder nicht zulässig sind.“ Solche spekulativen Aussagen sind das Ergebnis von jahrelangen Verhandlungen zwischen dem Verein und der Stadt? Da die Linke dagegen ist, Sportgelände und Vereinsheime für weitere Gewerbe- und Industrieansiedlungen in einem Wohngebiet zu opfern, wird sie gegen die Vereinbarung stimmen.


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