Konrad Wanner zur Fortschreibung des Klimaschutz Masterplanes

23. Dezember 2021  Umwelt

Redebeitrag Konrad Wanner zur Fortschreibung des Klimaschutz
Masterplanes, DS 362/2021, Gemeinderat 20.12.2021

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Anwesende,
die LINKE begrüßt die Anpassung des Klimaschutz Masterplanes an das
überarbeitete Klimaschutzgesetz von Baden-Württemberg.
Es gibt noch einen weiteren Punkt, in dem der Klimaschutz Masterplan
verbessert werden kann. Vor kurzem hat Helmut Stockmar, der Bezirksbeirat
der LINKEN in Böckingen, die Anfrage an die Verwaltung gestellt, warum die
Land- und Forstwirtschaft nicht in den Klimaschutz Masterplan mit einbezogen
ist. Auch mit der Kenntnis der Antwort von Frau Berner vom Feld, Heilbronns
neuer Klimaschutzbeauftragten, möchte ich anregen, noch zwei Punkte in die
Maßnahmen des Masterplans aufzunehmen.
Die Landwirtschaft hat mit einem Flächenanteil von über 47% eine große
Bedeutung in Heilbronn. Sie ist nicht der ganz große Produzent von
Treibhausgasen. Der Erhalt und die Ausgestaltung landwirtschaftlicher Flächen
spielen beim Bremsen des Klimawandels eine wichtige Rolle. Flurbereinigte,
ausgeräumte Landschaften, riesige Äcker mit verdichteten Böden, die das
Wasser und die Erde nicht halten können, Mais soweit das Auge reicht, das sind
wesentliche Beiträge auch zur Steigerung der Flutgefahr. Die Katastrophe in
Braunsbach ist ohne diese Zustände auf der Orlacher Höhe nicht erklärbar.
Allein Dämme zum Hochwasserschutz zu bauen, heißt das Pferd von hinten
aufzuzäumen. Die wenigen subventionierten und auch noch temporären
Blühstreifen werden nicht reichen. Der Wandel zu naturverträglichen
Landwirtschaft ist aktiver Klimaschutz und nicht allein Schutz vor den Folgen
des Klimawandels.
In den vergangenen Jahren haben wir erlebt, wie immer wieder bedeutende
landwirtschaftliche und Grünflächen zu Gewerbegebieten oder großen
Baugebieten umgewandelt und somit versiegelt wurden. Das Gewerbegebiet
Steinäcker, das Wohngebiet Klingenäcker sind zwei dieser Fälle. Weitere
Gewerbegebiete im Westen und im Süden der Stadt sind angedacht. Da würde
es doch Sinn machen, wenn in den Klimaschutz Masterplan die Maßnahme
aufgenommen werden würde, die vorhandenen älteren Industrie- und
Gewerbegebiete neu zu ordnen und aufzustellen, um sie interessierten
Investoren anbieten zu können. Wenn ich mir die riesigen leeren Flächen an
der Salz-, Au- oder anderen Straßen anschaue, dann bin ich mir sicher, dass da
einige Hektar rausspringen würden.
Ein zweiter Punkt ist der von der neuen Bunderegierung im Koalitionsvertrag
aufgeführte Wille, die Landwirtschaft gemäß der neu formulierten
Gemeinsamen Agrarpolitik der EU das Ziel zu verfolgen, den Klima- und
Umweltschutz sowie die Einkommenssicherung zu verbessern. Dazu gehört
auch zum Beispiel der Ausbau der ökologischen Landwirtschaft. Auch dies ist
bei einer so bedeutenden Rolle, welche die Landwirtschaft in Heilbronn spielt,
doch ein Grund, hierzu begleitende Maßnahmen in den Klimaschutz
Masterplan aufzunehmen. Neben dem Nutzen für den Klimawandel hat das
auch direkte Vorteile für die Landwirte. So hat die Heilbronner Stimme am
24.11. berichtet, dass die Ökobauern im Wirtschaftsjahr 2020/2021 in allen
Sparten besser als ihre konventionellen Kollegen fuhren und den Kammern
zufolge im Schnitt um fast ein Fünftel höhere Gewinne erzielten. Somit würde
neben dem Klimaschutz auch die Zukunft der Landwirtschaft gesichert werden.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit


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