Kinderarmut und Bildungskarriere: Wie schneiden Kinder in Karlsruhe ab?

06. Juli 2017  Allgemein, Anfragen, Pressemitteilung

DIE LINKE im Karlsruher Gemeinderat fragt nach, in wieweit Kindern aus von Armut betroffenen Haushalten Bildungs- und Berufsabschlüsse gelingen

In immer mehr Haushalten wird Armut zum Dauerzustand. Das hat bekanntermaßen schwere Auswirkungen auf die Kinder. In einer Anfrage an die Stadtverwaltung wollen Sabine Zürn und Niko Fostiropoulos von den LINKEN wissen, wie in Karlsruhe Kinder aus von Armut betroffenen Haushalten in Schule und Ausbildung abschneiden. Wie viele dieser Kinder erreichen einen Hauptschulabschluss, die Mittlere Reife, das Abitur, ein Hochschulstudium?

Zürn und Fostiropoulos wollen auch wissen, wie viele dieser Kinder keinen Schul- oder Berufsabschluss erreichen bzw. bei der Ausbildung scheitern. „Armut ist für Kinder eine nachhaltige und brutale Benachteiligung. Bildungseinrichtungen ab der Kita müssen in die Lage gebracht werden, diese Benachteiligungen zu kompensieren. Letztlich muss Armut verhindert werden, dazu fehlt auf allen politischen Ebenen derzeit der mehrheitliche Wille“, begründen Zürn und Fostiropoulos ihre Anfrage.

 

Im Folgenden die Anfrage im Wortlaut:

 

 

Thema:  Kinderarmut und Bildungschancen in Karlsruhe

 

Anfrage

 

  1. Wie viele Kinder leben in Karlsruhe, die als von Armut betroffen einzustufen sind?

 

2. Wie hat sich diese Anzahl in den letzten 5 Jahren entwickelt?

 

3. Wie hoch ist davon der Anteil der Kinder, die in Hartz-IV-Haushalten leben (absolut und in Prozent)?

 

4. Wie hat sich dieser Anteil in den letzten 5 Jahren entwickelt?

 

5. Ausgehend von der Gesamtzahl der als arm einzustufenden Kinder bzw. Jugendlichen in Karlsruhe: Wie hoch ist davon die Anzahl bzw. der Anteil derer, die

 

a) Einen Hauptabschluss erreichen?

b) Die mittlere Reife erreichen?

c) Das Abitur erreichen?

d) Ein Hochschulstudium aufnehmen?

e) Keinen Bildungsabschluss erreichen?

f) Über einen zweiten Anlauf einen Hauptschulabschluss erreichen?

g) Eine Ausbildung machen?

h) Eine Ausbildung abbrechen?

i) Einen Berufsabschluss erreichen?

j) Keinen Berufsabschluss erreichen?

 

Welche Schlüsse zieht die Stadt aus diesen Daten?

 

Welche Schlüsse zieht die Stadt aus möglicherweise nicht zu eruierenden Daten zu den Fragen 5 a) bis j)?

 

Sachverhalt / Begründung:

 

 

Die Erkenntnisse der letzten Jahre deuten darauf hin, dass nicht nur immer mehr Bürger/innen in Armut geraten. Armut wird bei immer mehr Bürger/innen zum Dauerzustand, dem auch die Kinder oft nicht mehr entkommen können. Es handelt sich nicht nur um einen materiellen Mangel, sondern um einen sozialen und kulturellen Ausschluss aus dem Leben der „Anderen“. Das ist nicht nur skandalös für eines der reichsten Nationen der Welt. Es gefährdet auf Dauer nachhaltig den gesellschaftlichen Zusammenhalt und ein gemeinsames Verständnis von demokratischen Grundwerten.

In wie weit Kindern aus von Armut betroffenen Haushalten erfolgreiche Schul-, Bildungs- und Berufsabschlüsse gelingen, oder eben nicht, soll die Anfrage beantworten helfen.

 

 

Unterzeichnet von:

 

 

Sabine Zürn                                                                                               Niko Fostiropoulos

 

 

 

 


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