Interview in der Stuttgarter Zeitung: “Wir werden weiter mitreden”

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Richard Pitterle MdB

Der Bundestagsabgeordnete Richard Pitterle (Linke) rechnet fest mit einem Wiedereinzug ins
Parlament.

Richard Pitterle, der Böblinger Bundestagsabgeordnete der Linken, ist am Wochenende von seiner Partei auf Platz vier der Landesliste gewählt worden. Der Rechtsanwalt rückte damit zwei Plätze nach vorne.

Herr Pitterle, Glückwunsch! Vor vier Jahren standen Sie auf Platz sechs der Landesliste, jetzt haben Sie sich
nach vorne gearbeitet. Belohnt damit die Partei Ihre Arbeit?

Ich denke schon. Nachdem Michael Schlecht zum Spitzenkandidaten gewählt wurde, waren Platz zwei und drei zwingend Frauen vorbehalten. Das heißt, ich bin auf dem nächstmöglichen Männerplatz gelandet. Das verbessert meine Aussichten, wieder in den Bundestag zu kommen. Wenn wir acht bis neun Prozent der Stimmen auf Bundesebene erhalten, müsste es klappen. Momentan jedoch sieht es für die Linken eher düster aus. In den niedersächsischen Landtag haben sie es nicht geschafft. Landtagswahlen lassen sich nicht mit Bundestagswahlen gleichsetzen. Leider halten viele unserer Wähler die Landespolitik für nicht so wichtig. Ich bin zuversichtlich, dass wir weiter auf Bundesebene mitreden.

Auf Kreisebene konkurrieren Sie dieses Mal mit einem starken SPD-Kandidaten. Der könnte Ihnen
Wählerstimmen abziehen.

Die SPD hat ihre Kandidaten auf Landesebene noch nicht nominiert. Joachim Rücker müsste an einigen amtierenden Abgeordneten vorbeiziehen, um einen guten Listenplatz zu erhalten. Da warte ich erst einmal ab, ob ihm das gelingt.

Was haben Sie in den vergangenem dreieinhalb Jahren in Berlin erreicht?

Nun, wir sind in der Opposition. Trotzdem gelingt es uns, immer wieder Themen zu setzen. Nehmen Sie das Beispiel Mindestlohn, den wir schon lange fordern. Vor der letzten Bundestagswahl haben sich die Grünen und die SPD dabei vornehm zurückgehalten. Jetzt wird es sogar in der CDU diskutiert. Ich persönlich kann meine Fachkompetenz im Finanzausschuss und bei der Steuergesetzgebung einbringen. Dort gibt es auch manche ideologisch unbelastete Themen.

Inwiefern kommt Ihnen Ihre parallele Tätigkeit als Sindelfinger Stadtrat zu Gute?

Es hilft mir, nicht im Berliner Betrieb abzuheben. Und ich bekomme mit, wie sich die Bundespolitik unmittelbar auf die Kommunen auswirkt. Das wiederum kann ich dann in den Bundestag einbringen.

Nebenbei betreuen Sie auch noch den Wahlkreis Heilbronn.

Dort habe ich ein weiteres Büro. Zudem betreue ich die Kreise Esslingen und Ludwigsburg. Wir sind im Land nur sechs Abgeordnete der Linken und haben es untereinander aufgeteilt.

Das Gespräch führte Gerlinde Wicke-Naber.


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