Laut Sindelfinger Zeitung soll Böblingen 2017 einen IC-Halt (Zürich-Stuttgart) bekommen

. . . oder ist das bloß eine Beruhigungspille, nachdem die Zukunft der Gäubahn alles andere ist als sicher?

Ab 2017 hält Intercity in Böblingen

Ab 2017 hält Intercity in Böblingen
Von unserem Mitarbeiter Georg Schramm
Ab 2017 halten Intercity-Züge wieder am Böblinger
Bahnhof. Das neue Fahrplankonzept für die Gäubahn
findet überwiegend ein positives Echo.
Landrat Roland Bernhard begrüßt in Böblingen das von
Verkehrsminister Winfried Hermann und der Deutschen
Bahn vorgestellte Fahrplankonzept (die SZ/BZ berichtete).
Mit seiner Einführung wird der Landkreis Böblingen vier
Intercityhalte an der Verbindung Zürich-Stuttgart mit
Haltepunkten in Böblingen, Herrenberg, Gäufelden und
Bondorf erhalten.
Drehpunkt
„Mit dem neuen stündlichen IC-Halt in Böblingen wird der
Bahnhof Böblingen als Drehpunkt verkehrlicher
Infrastruktur mit Anbindung an die S 1, S 60 und die Schönbuchbahn durch den Anschluss an den
Fernverkehr optimal ergänzt“, so der Landrat. Herrenberg, Gäufelden und Bondorf erwartet künftig alle
zwei Stunden eine Direktverbindung nach Zürich. Die Haltestellen in Gäufelden und Bondorf bleiben mit
einer stündlichen Direktverbindung nach Stuttgart erhalten. „Dies ist eine gute Botschaft, das Land hat die
Wünsche des Landkreises Böblingen in allen wichtigen Belangen aufgegriffen“, lobt Landrat Bernhard
das neue Konzept.
Für Fahrgäste des Regionalverkehrs seien die IC-Züge mit Fahrkarten des Nahverkehrs ohne weiteren
Aufpreis nutzbar. Zum Einsatz sollen fabrikneue IC-Züge mit hochwertiger Fernverkehrsausstattung
kommen. Landrat Bernhard begrüßt die vorgesehene Qualitätssteigerung der IC-Züge.
„Mit der Rückkehr des IC-Halts in Böblingen wird sich ein lang gehegter Wunsch im Kreis Böblingen
erfüllen. Damit wird der Fahrplan endlich unserer Mobilitätsdrehscheibe in der Region gerecht“, freut
sich der Grüne-Landtagsabgeordnete Dr. Bernd Murschel. Eingesetzt werden sollen IC-Züge der neuesten
Bauart.
Freilich komme die Verbesserung der Schienenanbindung reichlich spät und nur sehr zögerlich, meint
Murschel. „Was die Gäubahn bräuchte, ist eine grundsätzliche Auffrischung mit einem durchgängigen
zweigleisigen Ausbau und der Umsetzung der Fahrzeitverkürzung, wie sie im Vertrag von Lugano
gemeinsam mit der Schweiz vereinbart wurde.“ Nachdem die DB AG den Einsatz von Zügen mit
Neigetechnik jedoch erst kürzlich erneut abgelehnt hat, müsse man über die Verbesserungen, die der
baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann in Verhandlungen mit der Bahn vereinbaren
konnte, unter dem Strich zufrieden sein, so Murschel.
Überwiegend erfreut zeigt sich der Fahrgastverband Pro Bahn Baden-Württemberg über das neue
Konzept auf der Gäubahn, dessen Vorteile in der Summe die unvermeidlichen Nachteile überwiegen.
„Dass die DB bereit ist, ein solches unkonventionelles Konzept zu planen und Neufahrzeuge einzusetzen,
ist zunächst einmal ein sehr positives Signal“, meint Stefan Buhl, Landesvorsitzender von Pro Bahn.
Den Vorteilen der besseren Verbindung mit vielen Fern- und Nahverkehrsanschlüssen in Stuttgart
Hauptbahnhof stehen allerdings auch einige unvermeidbare Verschlechterungen bei manchen
Taktverknüpfungen entgegen. Ein besonderes Manko sei der Verlust des Knotens Singen mit schnellen
Anschlüssen aus Richtung Basel, von der Bodenseegürtelbahn und ganz besonders aus Konstanz.


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