Erhard Korn: “Landesregierung muss Bildungsreform auch finanzieren”

Infostand_2Auf Einladung des Ortsverbands Sindelfingen/Böblingen der Linken referierte der Schulleiter Erhard Korn im Sindelfinger Bürgerzentrum “Ernst-Schäfer-Haus” über die Unterfinanzierung der grün-roten Bildungsreform im Ländle. Korn, der auch der GEW-Fachgruppenleiter Hauptschulen ist: “Ministerpräsident Kretschmann und der Koalitionspartner SPD haben nach den Wahlen 2011 eine gerechtere Bildungspolitik versprochen. Knapp zwei Jahre später stellt sich die Situation schlechter dar als zu Zeiten der CDU-/FDP-Koalition.”

Korn führte aus, Bildung müsse schon in den Kindertagesstädten beginnen, die Teilnahme von Migrationskindern und Kindern aus schwachen sozialen Schichten sei aber auf Grund der hohen Kita-Gebühren  bis zu 500 € nicht möglich. “Grüne und SPD planen nicht, diese abzuschaffen.” Die versprochene Schulreform wird keine sein – mit der Begründung, dass Fiskalpakt und Schuldenbremse umgesetzt werden müssten. Dies geht natürlich zu Lasten von LehrerInnen, SchülerInnen und Eltern.

Korn: “11.600 Lehrerstellen sollen in den nächsten Jahren gestrichen werden, bei der Lehrerfortbildung wird gekürzt, die Klassen werden größer, ja, es sollen sogar Schulen geschlossen werden. Hinzu kommt, dass die ohnehin schon finanziell belasteten Kommunen trotz drohender Pleiten stärker belastet werden.”

Falls das Konzept Gemeinschaftsschule nicht umgesetzt wird, werden die Hauptschulen künftig weiter diskriminiert und fast alle Eltern werden bei freier Schulwahl bestrebt sein, ihre Kinder auf das Gymnasium zu schicken. Eine Einzelförderung wird es bei einer durchschnittlichen Klassenstärke von 30 Kindern nicht geben. “Das eigentlich sehr gute Projekt Gemeinschaftsschule kann nur umgesetzt werden, wenn die nötigen Mittel bereitgestellt werden und LehrerInnen-Stellen geschaffen, statt abgebaut werden” so Korn am Ende einer engagierten Diskussion mit den Besuchern der Veranstaltung.


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