Eva Bulling-Schröter zu Gast in Sindelfingen: “Die Energiewende sozial gestalten”

11. Juli 2013  Allgemein

SAMSUNGAm Dienstagabend stellte Eva Bulling-Schröter bei einer Veranstaltung der Linken im Sindelfinger Ernst-Schäfer-Haus den 7-Punkte-Plan ihrer Partei für eine sozialverträgliche Energiewende vor.

Die Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit stellte vor fast 30 Zuhörern zunächst die Wichtigkeit der Energiewende heraus. “Wenn der Klimawandel bewirkt, dass die Temperatur weltweit weiter ansteigt, dann heißt das eben nicht nur, dass im Tschad Menschen und Tiere verdursten, sondern dann werden auch die Schneeflächen der bayrischen Alpen zu 98 Prozent verschwinden.” Die Ingolstädterin betonte, dass die Atomkraft keine Alternative zur Kohleverstromung darstellt: “Die Atommeiler müssen schnellstmöglich vom Netz und durch regenerative Energien ersetzt werden. “

Dabei zeigte sie wenig Verständnis für die Behinderung des Baus der geplanten Windräder auf dem Leonberger Frauenkopf durch die Flugsicherung: “Auch in Bayern wird der Windkraftausbau durch immer neue Verordnungen vor allem durch den Ministerpräsidenten behindert.” Bulling-Schröter beklagte die Praxis des CO2-Zertifikatehandels: “Energiekonzerne kriegen die Zertifikate geschenkt und preisen sie ein, als hätten sie diese teuer bezahlt: Ein Extraprofit, den die privaten Stromverbraucher zahlen müssen. Und der Sinn der Zertifikate wird auf den Kopf gestellt.”

Deshalb steht in ihrem 7-Punkte-Plan die Verteuerung der CO2-Zertifikate ganz oben: “Aber dabei muss dieses Instrument auch so genutzt werden, wie es gedacht ist.” Einem Einwand aus dem Publikum, dies mache dann aber die Energiewende noch nicht sozialverträglich, setzte sie die anderen sechs Punkte entgegen: Eine Strompreisaufsicht muss wieder geschaffen werden, die Großverbraucherrabatte müssen fallen, die Stromsteuer muss gerecht umgelegt werden, es müssen für finanzschwache Haushalte Sozialtarife eingeführt werden, eine Abwrackprämie für stromfressende Haushaltsgeräte muss eingeführt werden, und die energetische Gebäudesanierung muss so vorangetrieben werden, dass nicht alle Kosten am Mieter hängen bleiben. Eines ist Bulling-Schröter besonders wichtig: Stromsperren für säumige Zahler müssen verboten werden. “Wenn davon die ledige Mutter eines Säuglings betroffen ist, dann ist das eine lebensbedrohliche Katastrophe.”

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Vor der Veranstaltung besuchte Eva zusammen mit Richard Pitterle die Warmbronner Vergärungsanlage und wurde dort vom stellvertretenden Landrat Wolf Eisenmann und dem Vorsitzenden des Verbandes kommunaler Abfallwirtschaftsbetriebe, Wolfgang Bagin, empfangen.

Bei den Gesprächen ging es allgemein um die Fragen, welche Rolle solche Betriebe beim Umweltschutz spielen. Hier erklärt Bagin die Trocknungsanlage im Gesamtprozess.


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