Unterschriften für die Beschäftigten im Einzelhandel

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“Ihnen einen schönen Einkauf. Und der Verkäuferin einen guten Lohn.”

Das war das Motto am Infostand der Linken am Sindelfinger Marktplatz. Während Elfriede und Richard in den Einzelhandelsgeschäften die Schokolade verteilten (siehe den Artikel hier unten: “Mit Schokolade für gute Arbeitsbedingungen im Einzelhandel”), sammelten Margarete, Reinhard und Stefan bei den Passanten am Infostand Unterschriften für die Aktion.

Hintergrund:

Vor kurzem hat ver.di in Baden-Württemberg für ganz Deutschland den Tarifkampf entschieden: Die Arbeitgeber hatten alle Tarifverträge gekündigt, also auch den Manteltarifvertrag, in dem die Zuschläge, Weihnachtsgeld oder der Urlaub geregelt wurden. Ferner forderten sie die Einführung so genannter Leichtlohngruppen. Ein Angebot zur Gehaltserhöhung gab es nicht. ver.di forderte die Fortführung der Tarifverträge und eine Erhöhung des Stundenlohns um einen Euro.

Die Situation war verfahren, denn einerseits waren die Angriffe der Arbeitnehmer massiv. Mindestens genau so massiv jedoch waren die Widerstandsaktionen der Verkäuferinnen vor allem in Stuttgart, Sindelfingen und Böblingen.

So verschleppte sich das Tarifverhandlungsverfahren und ver.di zog den größten Trumpf aus dem Ärmel: Die Drohung war, während des Adventsgeschäftes die Läden massiv zu bestreiken. Und das wirkte, die Arbeitgeber knickten ein:

Der Manteltarifvertrag wurde unverändert fortgeschrieben und es gab über eine zweijährige Laufzeit eine Gehaltserhöhung von insgesamt 5,1 %.

Das wäre ja nun ein schöner Erfolg für die Verkäuferinnen gewesen. Aber das Bittere an der Sache ist: Weit weniger als die Hälfte der Verkäuferinnen arbeiten im Tarif. Und viele Verkäuferinnen verdienen so wenig, dass sie zum Amt gehen müssen und Hartz-IV-Aufstockung beantragen müssen.

Deshalb fordert DIE LINKE.:

  • Der Tarifvertrag im Einzelhandel muss für allgemein verbindlich erklärt werden.
  • Einführung eines gesetzlichen flächendeckenden Mindestlohns von 10 Euro.

Hier ein paar Fotos aus dem Arbeitskampf:

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4. Juni 2013: Vor dem Verhandlungslokal in Sindelfingen protestieren mehrere hundert Verkäuferinnen für den Erhalt ihres Tarifvertrags und gegen die Angriffe der Arbeitgeber.

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21. Juni 2013: Erneuter Protest bei den Verhandlungen. Diesmal vor dem Böblinger mercure-Hotel. Wieder sind hunderte Verkäuferinnen auf den Beinen und dröhnen mit ihren Trillerpfeifen.

 

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21. Juni 2013: Der “große” real in Böblingen wird bestreikt. Die ver.di-Aktivistin Christina Frank diskutiert mit den Streikführerinnen die kommende Strategie.

 

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19. Juli 2013: Unterstützung durch die Linke. Verkäuferinnen aus den Geschäften der Stuttgarter Königsstraße machen mächtig Druck. Die Linke organisierte eine Kundgebung, um den Frauen den Rücken zu stärken. Für manchen Linken war das eine durchaus angenehme Aktion.

 

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19. Juli 2013: Marta Aparicio und Bernd Riexinger aktiv vor Ort. Der Parteivorsitzende der Linken war früher der Stuttgarter ver.di-Chef und ist bei den Verkäuferinnen immer noch mehr als wohl gelitten. So sieht Solidarität aus.


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