Neujahrsempfang der Linken: „Wir werden gebraucht.“

Sarah_Mirow_-_Wir_sind_wieder_da_kleinDie Linke richtete bei ihrem Neujahrsempfang am Freitagabend den Blick auf Europa und auf den Kreis. Die Reden der Ehrengäste Sarah Mirow, eine der Landesvorsitzenden der Partei, und des Landesgeschäftsführer Bernhard Strasdeit, wurden oft durch starken Beifall unterbrochen.

Der Sindelfinger Bundestagsabgeordnete Richard Pitterle sieht für 2014, wie sich die positive Mitgliederentwicklung des letzten Jahres (16 Parteieintritte im Kreis) mit zwei weiteren Eintritten in den ersten zehn Tagen des neuen Jahres fortsetzt: „Immer mehr Menschen erkennen, wie sehr jetzt die einzige wirkliche oppositionelle Kraft im Land gebraucht wird.“IMG_0007In seiner Eröffnungsrede betonte Richard Pitterle, wie wichtig eine starke Linke im Euro-Parlament ist: “Die Linke ist eine eindeutig  pro-europäische Partei, die jedoch ein soziales, ein solidarisches und ein demokratisches Europa anstrebt. Daher muss sie den aktuellen Zustand in Europa scharf  kritisieren.  Dieser Zustand macht große Teile der Bevölkerung skeptisch gegen Europa.”

Sarah Mirow äußerte sich zufrieden mit dem Ergebnis der Bundestagswahl, sieht aber dabei vor allem den Auftrag der Wähler an die Partei: „Wir haben jetzt hart daran zu arbeiten, dass wir uns in den Kreistagen und in den Gemeinderäten stärker aufstellen. Wenn wir uns ansehen, was die grün-rote Landesregierung ohne uns alles nicht anders macht als schwarz-gelb, was Grün und Rot aber versprochen hatten, wird klar: Wir müssen bei den Kommunalwahlen deutlich zulegen. Diese kommunalpolitische Verankerung brauchen wir, IMG_0038um dann auch ab 2016 im Landtag als echte Alternative auftreten zu können. Ein Politikwechsel ohne uns ist weder im Land noch in den Kommunen denkbar.”

Bernhard Strasdeit ist Kreisrat in Tübingen, seine Frau dort Gemeinderätin. „ Etwa 85 Prozent der Verwaltungsvorlagen können wir als Linke zustimmen. Aber wenn es um Tariftreue bei öffentlichen Ausschreibungen geht, es um die Frage geht, ob die Altpapiersammlungen den Vereinen weggenommen wird und dafür europaweit ausgeschrieben werden, wenn es um Gebühren geht fürs Parken, für den Friedhof oder für die Kindertagesstätten: Immer sind wir als Opposition deutlich vernehmbar und können auch einiges verhindern.“

Als sich Pitterle bei den Ehrengästen bedankte, griff er Strasdeits Gedanken noch einmal mit Sicht auf die Gemeinderatswahl in Sindelfingen auf: “Wir wollen möglichst in Fraktionsstärke in den Sindelfinger Gemeinderat einziehen, weil eine politische Kraft gebraucht wird, die NEIN sagt zu Schulschließungen, zur Belastung der Bürgerinnen und Bürger durch Gebührenerhöhungen, wie jüngst im IMG_0064Kindergartenbereich.”

Das Böblinger Parteibüro hatte auch in diesem Jahr mehr Besucher, als der Versammlungsraum fassen konnte.  Dass vorsorglich eine Video-Übertragung in einen der Nebenräume installiert wurde, hat sich gelohnt. Nach dem offiziellen Teil des Abends erfreuten sich die Besucher, auch viele, die nicht Mitglied der Partei waren, bei Wienerle und schwäbischem Kartoffelsalat an intensiven Gesprächen bis in den späten Abend hinein.


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