Dreher (Die Linke): “Fehlstart des Kirchengemeinderats”

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Unerwünscht im Sindelfinger Stiftshof: Die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages Petra Pau

“Das ist eine falsche Entscheidung des neuen Kirchengemeinderats, ein klassischer Fehlstart,” kommentiert das für Öffentlichkeitsarbeit zuständige Vorstandsmitglied der Kreis-Linken, Stefan Dreher, die Entscheidung des kirchlichen Gremiums, den Saal des Sindelfinger Stiftshofs nicht an die Linke vermieten zu wollen.

Dreher hatte den Saal für eine Veranstaltung am 6. März mit der stellvertretenden Präsidentin des Deutschen Bundestags, Petra Pau, angefragt. Pau war zusammen mit dem hiesigen CDU-Abgeordneten Clemens Binninger Mitglied im NSU-Untersuchungsauschuss. Zur Zeit der Anfrage und bis heute war und ist darüber hinaus noch nicht klar, ob die ebenfalls eingeladene baden-württembergische Integrationsministerin Önay an der Veranstaltung teilnehmen möchte. Thema der Veranstaltung ist die NSU-Terrorserie, der neben vielen Kleinunternehmern mit Migrationshintergrund auch die Heilbronner Polizistin Kiesewetter zum Opfer fiel. Die Linke plant diese Veranstaltung gemeinsam mit dem Sindelfinger Internationalen Zentrum e.V., einem laizistischen Verein mit sehr vielen türkischstämmigen Mitgliedern.

Dreher: “In der Vergangenheit wurde der Saal auch an Parteien vermietet, z.B. an die SPD. Aber grundsätzlich respektiere ich solche Entscheidungen, denn ein neuer Kirchengemeinderat kann mit seinen Räumlichkeiten machen, was er will. Und wenn ein neuer Grundsatzentscheid ist, nicht an Parteien zu vermieten, dann ist das eben so. Dennoch halte ich die Entscheidung für falsch. In unserem konkreten Fall wollten wir bewusst eine politische Veranstaltung in einem kirchlichen Umfeld machen, weil wir wissen, dass das Thema für evangelische Christen hochinteressant ist. Wir gehen also von einem Grundsatzentscheid aus. Sollte sich jedoch herausstellen, dass es sich hierbei um eine Entscheidung handelt, die nur die Linke ausgrenzt, müssen wir das öffentlich thematisieren.”