Landtagswahl-Kandidaten nominiert: „Die Linke fehlt im Landtag“

Kreis Böblingen: Kreisverband nominiert Gitte Hutter und Reinhard Stübner für die Landtagswahl

Gitte Hutter im Wahlkreis Leonberg und Reinhard Stübner im Wahlkreis Böblingen gehen für den Kreisverband der Linken als Kandidaten in die Landtagswahl 2016. Ohne Gegenkandidaten war es im Böblinger Wahlkreis eine klare Sache, doch die Leonberger brauchten zwei Wahlgänge.

Utz Mörbe, Gitte Hutter, Rita Bayer und Reinhard Stübner

Utz Mörbe, Gitte Hutter, Rita Bayer und Reinhard Stübner

Heidi Scharf vom geschäftsführenden Vorstand der Landespartei stimmte die Versammlung im Sindelfinger Ernst-Schäfer-Haus auf die in zehn Monaten stattfindende Wahl ein: „Die Linke fehlt im Landtag: Nicht nur der grün-roten Regierung fehlt der Druck von links. Und unsere Chancen, endlich die Fünf-Prozent-Hürde zu knacken, sind so gut wie noch nie. Die jüngsten Wahlerfolge in Hamburg und Bremen haben gezeigt, wie wichtig die Linke auch in westlichen Landesparlamenten ist.“

Im Wahlkreis Böblingen war die Nominierung eine klare Angelegenheit. Der pensionierte Berufsschullehrer Reinhard Stübner (65) aus Sindelfingen wurde bei einer Enthaltung gewählt. In seiner Vorstellungsrede verwies Stübner auf viele Erfolge vor Ort, wie die Verhinderung der Kita-Gebührenerhöhung in Sindelfingen: „Da waren wir es, die bei Wind und Regen morgens vor den Kitas 600 Unterschriften gesammelt haben. Linke Politik hat dann Erfolg, wenn wir auf die Menschen zugehen und ihnen Gehör verschaffen.“

Als Ersatzkandidatin wurde die medizinisch-technische Röntgenassistentin Rita Bayer (62) aus Aidlingen nominiert.

Spannung hingegen bei der Wahl im Wahlkreis Leonberg/Herrenberg. Utz Mörbe (32), der Vorsitzende des Teilhabe-Beirats des Landkreises, stellte sein Engagement für Menschen mit Behinderung in den Vordergrund. In ihrer Vorstellungsrede warb die Leonberger Stadträtin Gitte Hutter (39) mit ihrer Verbundenheit zu ihrer Heimat: „Ich bin hier geboren, habe hier Abitur gemacht und arbeite hier bei einer Bausparkasse. Die Menschen sind mir ans Herz gewachsen und mit ganzem Herzen setze ich mich auch für sie ein.“

Bei der Wahl kam es zur Stimmengleichheit. Der zweite Wahlgang ging knapp zugunsten von Gitte Hutter aus: Ein Mitglied hatte sich wohl umentschieden. Bereits vor der Wahl betonten beide, im Falle einer Niederlage als Ersatzkandidat zur Verfügung zu stehen.

Bei der Wahl zum Ersatzkandidaten erhielt Utz Mörbe alle Stimmen.

Von unserem Mitarbeiter Peter Maier