Richard Pitterle in den “femos”-Möbelhallen: Inklusion am Arbeitsplatz

28. September 2015  Allgemein
mit_Staatssekretaer_Fuchtel

Wilhelm Kohlberger, Geschäftsführer der Femos (rechts) erläutert beim Rundgang durch die Möbelhalle das Konzept des Betriebs den Bundestagsabgeordneten Hans Joachim Fuchtel (CDU) und Richard Pitterle (Die Linke).

Böblingen: Bundestagsabgeordnete Pitterle und Fuchtel besuchen die Femos-Möbelhalle auf der Hulb:

Im Rahmen der Informationswochen bei Integrationsfirmen besuchten die Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Fuchtel (CDU) und Richard Pitterle (Die Linke) die Femos-Betriebe in Böblingen.

Das inklusive Unternehmermodell der Femos beschäftigt in ihrer Möbelhalle und im Hilfsmittellogistikcenter auf

Ein Bericht der Sindelfinger Zeitung

der Hulb rund 36 Mitarbeiter, von denen über 56 Prozent schwer behindert sind. Aber auch bei den restlichen Angestellten versuche man in enger Abstimmung mit dem Job-Center und der Agentur für Arbeit, Langzeitarbeitslosen auf diesem Weg einen Wiedereintritt ins Arbeitsleben zu ermöglichen, so Wilhelm Kohlberger, Geschäftsführer der Femos gGmbH.

So ist die Möbelhalle ein fester Bestandteil der ältesten integrativ arbeiteten Femos, die seit 26 Jahren in unterschiedlichen Bereichen im Landkreis Arbeitsplätze anbietet. Neben der für viele Bürger bekannten Möbelhalle unterhält die Femos noch ein Logistikzentrum, in dem medizinische Hilfsmittel wie Rollstühle nach Gebrauch wieder geprüft, desinfiziert und für den nächsten Patienten bereitgestellt werden. „Wir arbeiten hierbei im Auftrag der AOK und sind stolz, dies auf so hohem Niveau auch anbieten zu können“, so Aziz Demir, Bereichsleiter des Logistikzentrums.

Im persönlichen Gespräch konnten sich die Bundestagabgeordneten Fuchtel (Altensteig) und Pitterle (Sindelfingen) selbst davon überzeugen, welche Anforderungen an die rund 26 Mitarbeiter gestellt werden. „Wir sind stolz darauf, dass wir in einer europaweiten Ausschreibung den Zuschlag erhalten haben und hoffen, dass wir diesen bei einer erneuten Ausschreibung in zwei Jahren wieder erhalten. Das Aufgabengebiet umfasst hierbei neben der Reinigung der Spezialbetten, Rollstühlen und sonstigen Hilfsmittel, die enge Abstimmung und Anlieferung an die jeweiligen Sanitätshäuser“, so Demir beim Rundgang durch die einzelnen Bereiche.

Bei der anschließenden Gesprächsrunde in der Möbelhalle waren Vertreter weiterer Integrationsunternehmen des Landkreises anwesend, und in einem regen Gedankenaustausch mit den Vertretern aus der Bundespolitik wurden neben den positiven Aspekten auch die Problematik der geringeren Belastungsfähigkeit der Beschäftigten und des daraus entstehenden höheren Personalschlüssels ebenso diskutiert, wie die Auswirkungen des Mindestlohns.

Hierbei hob Fuchtel die hohen Herausforderungen an die Betriebe hervor und dankte den Vertretern für ihre Bemühungen, möglichst viele Beschäftigte an den ersten Arbeitsmarkt heranzuführen. Große Hoffnung legten dabei alle Beteiligten in die geplante Verbesserung der Beschäftigungssituation von Menschen mit schweren Behinderungen, welche in den nächsten drei Jahren mit 150 Millionen Euro aus dem Ausgleichsfonds zusätzlich unterstütz werden sollen.