Pflegenotstand: ver.di-Pausenaktion am Krankenhaus / Infostand am Marktplatz

22. Februar 2017  Allgemein

Das schreibt die Sindelfinger ZeitungSindelfingen: Verdi-Aktionstag „Pause“ im Krankenhaus Klinikpersonal ist überlastet Zu viel Arbeit und zu wenig oder gar keine Pause – Mit dem bundesweiten Aktionstag „Pause“ setzen sich Verdi-Aktive und Klinikpersonal in den Kreiskliniken Böblingen für eine Entlastung der Beschäftigten ein. Trotz schlechtem Wetter versammelten sich Klinikmitarbeiterinnen, Verdi-Aktivisten und Betriebsseelsorger Walter Wedl vor dem Krankenhaus in Sindelfingen. „Die Pfleger, die Reinigungskräfte und unsere Ärzte arbeiten schon seit Jahren über ihrem Limit“, sagt Betriebsrat Peter Stöckl. Laut Verdi gibt die Hälfte der Beschäftigten in den Gesundheitsberufen an, dass bei ihnen häufig Pausen ausfallen. „Dieses Thema geht nicht nur das Klinikpersonal etwas an, sondern auch die Patienten“, sagt Angelika Hohl, Krankenschwester im Klinikum Sindelfingen. „Unsere Überlastung wirkt sich ja direkt auf die Patienten aus.“ Der Betriebsrat habe festgestellt, dass 50 bis 60 Prozent der Pausen im Tagdienst nicht genommen werden, so Hohl. Damit würden die Mitarbeiter insgesamt 5,5 Stellen durch unbezahlte Arbeit während den Pausen ersetzen. Daher fordert Verdi eine Pause von mindestens 30 Minuten und mehr Personal in den Krankenhäusern. „Das Ziel ist es, ein öffentliches Bündnis zu organisieren“, sagt Carola Grodszinski, ehemalige Betriebsratsvorsitzende des Klinikums Sindelfingen. „Mehr Solidarität von Seiten der Patienten und Bürger wäre dafür wünschenswert.“

Während die Belegschaft am Sindelfinger Krankenhaus zusammen mit ver.di die Aktion “Pause” durchführt, machen wir am Sindelfinger Marktplatz einen Infostand und klären die Bevölkerung über die Zustände an den Krankenhäusern auf. Vor allem weisen wir auf die politischen Fehlentscheidungen hin, die den Pflegenotstand hervorbringen: Das Land kommt seinen Instandhaltungs- und Investitionsverpflichtungen nicht nach, Das Fallpauschalen-Bezahlsystem bildet die wirklichen Leistungen der Krankenhäuser nicht ab (dieser Flyer wurde verteilt: Klick).

Am Infostand wurden außerdem weitere Unterschriften von Bürgerinnen und Bürgern gesammelt, die Gesundheitsminister Gröhe auffordern, dafür zu sorgen, dass endlich 100.000 Pflegekräfte mehr eingestellt werden.

ÜBRIGENS: Auch an der Herrenberger Klinik waren Kolleginnen und Kollegen aktiv bei der Aktion Pause: Klick Gäubote-Artikel