Mandatsträger*innen der LINKEN für Radikale VVS-Tarifreform

Die Diskussion um die geplante Tarifzonenreform des #ÖPNV in der Region Stuttgart ist in vollem Gange. Auch wir Böblingen Linken haben gemeinsam mit Mandatsträgern von DIE LINKE und der Piratenpartei diskutiert. 

Die Dabei entwickelten Positionen der Mandatsträger der LINKEN und der Piraten lassen sich in zwei Sätzen zusammenfassen.

– Für eine “große” Tarifreform zur Entlastung möglichst vieler Nutzerinnen und Nutzer
– Für ein VVS-weites Sozialticket

Einig waren sich alle Anwesenden, dass die sogenannten „Sektorengrenzen“, die die
Tarifringe um Stuttgart herum unterteilen, ersatzlos wegfallen müssen. Der Wegfall wird
Tangentialangebote, die um das überlastete Stuttgarter Zentrum herumführen, deutlich
verbilligen und somit entlasten. Auch die ÖPNV-Verbindungen innerhalb der Landkreise
werden durch den Wegfall der Sektorengrenzen in vielen Fällen preiswerter und somit
attraktiver.


Einmütigkeit herrschte auch bei der Forderung nach der Zusammenfassung der
Stuttgarter Zonen 10 und 20 für alle ÖPNV-Nutzer. Jede andere Lösung würde den Tarif
unübersichtlicher und damit weniger attraktiv machen – vor allem dann, wenn die
Zusammenlegung nur für Fahrten innerhalb Stuttgarts gelten würde und für Fahrten aus
den Landkreisen nach Stuttgart weiterhin zwei “virtuelle” Zonen berechnet würden.
Ebenfalls auf Zustimmung stieß die generelle Zusammenlegung der äußersten
Zonenringe 60 und 70. Diese Maßnahme würde nicht nur Pendlern nach Stuttgart zu
Gute kommen, sondern auch Fahrten in die Kreisstadt für viele Kreisbewohner attraktiver
machen.
Allerdings ist eine VVS-Tarifreform aus Sicht der LINKEN und der Piraten
unvollständig ohne ein VVS-weites Sozialticket.
Auch die angedachten Vereinfachungen und Verbilligungen ändern nichts daran, daß der
ÖPNV generell für viele arme Menschen in der Region unbezahlbar bleibt und diese
Menschen durch für sie zu hohe Fahrpreise weiterhin von kultureller, politischer und
sozialer Teilhabe ausgeschlossen bleiben.

Deswegen werden LINKE und Piraten in den Kreistagen Böblingen, Esslingen,
Ludwigsburg und Rems-Murr, im Gemeinderat Stuttgart und in der
Regionalversammlung unabhängig von der Tarifreform weiterhin die Einführung
eines VVS-weiten Sozialtickets fordern.

Der Blick von LINKEN und Piraten geht aber über die jetzige aktuell anstehende
Tarifreform hinaus. Ein auf Stuttgart ausgerichtetes ringförmiges Tarifsystem wird den
Verflechtungen und Wegen außerhalb Stuttgarts auch nach Wegfall der Sektorengrenzen
nur sehr eingeschränkt gerecht.
Langfristig muss aus Sicht der LINKEN und Piraten über ein völlig neues Tarifsystem
nachgedacht werden, das den Verflechtungen der Kreisstädte und der weiteren
Mittelstädte in der Region besser gerecht wird.
Die weiterhin bestehenden strukturelle Ungerechtigkeiten für die Bewohnerinnen und
Bewohner der Landkreise müssen weiter reduziert werden.
Dies könnte aus Sicht der LINKEN und der Piraten z. B. ein auf die Mittelzentren
ausgerichtetes Wabensystem ähnlich dem System des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr
(VRR) leisten. Dieses „Nachdenken“ über ein Tarifsystem, das der polyzentrischen Region
besser gerecht wird, werden DIE LINKE und Piraten aktiv einfordern.