Solidarisch gegen Corona – Menschen vor Profit

30. Oktober 2020  Allgemein

Die Corona-Pandemie ist nicht nur eine medizinische Krise, sie bedroht nicht nur Gesundheit und Leben vieler Menschen, sondern sie stellt die ganze Gesellschaft vor eine dramatische Belastungsprobe. Ein Statement zu den neuen drastischen Maßnahmen mit denen Bund und Länder das Coronavirus bekämpfen wollen von Utz Mörbe und Robert Schacht, den LINKEN Landtagskandidaten in Böblingen und Leonberg.

Mit neuen drastischen Maßnahmen wollen Bund und Länder das Coronavirus bekämpfen. Die von Bund und Ländern vereinbarten zusätzlichen Corona-Schutzmaßnahmen sollen am kommenden Montag in ganz Deutschland in Kraft treten.

Das öffentliche Leben soll – ähnlich wie im Frühjahr – erheblich eingeschränkt werden. Ziel ist, die Kontakte im November in allen nicht wirklich notwendigen Bereichen drastisch zu reduzieren.

Dazu Utz Mörbe, LINKER Landtagskandidat in Böblingen „Es ist sehr richtig, dass jetzt gehandelt wird, bevor die Infektionen und mit ihnen die schweren Verläufe und schrecklichen Tode weiter ansteigen. Wir müssen jetzt etwas tun, bevor es nicht mehr genügend Intensivbetten und geschultes Personal für alle Betroffenen gibt. Erneut schränken die Maßnahmen die Menschen stark in ihrer Freizeit ein. Kulturbetriebe und Gastronomie müssen schließen, wir dürfen uns nur noch sehr eingeschränkt privat treffen. Gleichzeitig werden wir uns am Arbeitsplatz weiter begegnen, denn weite Teile der Wirtschaft werden weiter so arbeiten, wie bisher. Schulen und Kitas bleiben geöffnet.“

Robert Schacht, LINKER Landtagskandidat in Leonberg ergänzt „Der Verdacht liegt nahe, dass dies nicht nur mit Blick auf die Bildung unserer Kinder geschieht, sondern um die Eltern weiter zu befähigen ihrer Arbeit nachzugehen. Ob es wirklich gut ist, die Maßnahmen auf den Privat- und Freizeitbereich zu beschränken, wird man in den nächsten Wochen sehen müssen. Ich habe immerhin Zweifel, ob etwa die Aufrechterhaltung des normalen Betriebs in den Fabriken landauf und landab wirklich zur Eindämmung der Pandemie beitragen wird.“

Beide sind sich einig darin, das es Besonders wichtig ist, dass die Kosten der Maßnahmen gerecht verteilt werden. Die großen Konzerne und die Besitzer großer Vermögen müssen hier deutlich in die Pflicht genommen werden.

Robert Schacht „Es darf nicht sein, dass Millionen Menschen von Arbeitslosigkeit bedroht sind, Soloselbstständige nicht wissen, wie sie ihren Lebensunterhalt noch bestreiten sollen, Gastronomie- und Kulturbetriebe in ihrer Existenz bedroht sind, und nur große Konzerne und Wirtschaftsinteressen nachhaltig geschützt werden.“

Utz Mörbe merkt an „Nichts gelesen habe ich, wie die Bundesregierung und die Landesregierungen Geflüchtete in Sammelunterkünften, Menschen ohne Obdach, die bald auf oft sehr enge Notunterkünfte angewiesen sein werden, effektiv schützen wollen. Seit Beginn der Pandemie ist hier nicht genug geschehen. Wie bei den Leiharbeiter*innen in der Lebensmittelindustrie, werden sie immer wieder vergessen, wenn es um den Schutz der Gesundheit der Menschen in unserem Land geht.“

Für beide ist Bedenklich, dass im Pflege- und Gesundheitssektor nicht genug geschehen ist. Immer noch steht viel zu wenig Personal zur Verfügung. Die Menschen, die hier arbeiten, werden sich wieder unter großem persönlichen Gesundheitsrisiko aufarbeiten müssen. Im schlimmsten Fall wird es wieder soweit kommen, dass sogar positiv getestete Menschen weiter in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern arbeiten müssen, weil es schlicht keinen Ersatz für sie gibt.

 Die Maßnahmen sind notwendig, wenn auch vielleicht nicht ausreichend. Sie können aber nur dann wirklich wirken, wenn sie fair gestaltet sind und klar ist, dass der Schutz der Gesundheit und der Schutz der Schwächsten in der Gesellschaft Vorrang hat vor den Schutz von Profitinteressen.