Einzelhandel – Breuningerland-Erweiterung – Mercaden-Bau – innerstädtischer Handel in Sindelfingen

Unterschriften für die Beschäftigten im Einzelhandel

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“Ihnen einen schönen Einkauf. Und der Verkäuferin einen guten Lohn.”

Das war das Motto am Infostand der Linken am Sindelfinger Marktplatz. Während Elfriede und Richard in den Einzelhandelsgeschäften die Schokolade verteilten (siehe den Artikel hier unten: “Mit Schokolade für gute Arbeitsbedingungen im Einzelhandel”), sammelten Margarete, Reinhard und Stefan bei den Passanten am Infostand Unterschriften für die Aktion. Ganzen Beitrag lesen »

Mit Schokolade für gute Arbeitsbedingungen im Einzelhandel

SAMSUNGDie Sindelfinger Linke geht am kommenden Samstag von 9 bis 12 Uhr am Rande ihres Infostandes am Marktplatz in die Einzelhandelsgeschäfte und verteilt an die Verkäuferinnen Schokolade. „Mit dieser kleinen Aufmerksamkeit wollen wir gegenüber den Verkäuferinnen unseren Respekt für ihre Arbeit zum Ausdruck bringen,“ sagte der Ortsverbandsvorsitzende Reinhard Stübner bei der Planung der Aktion:

„Im Einzelhandel arbeiten besonders viele Frauen und die Arbeitsbedingungen sind meistens schlecht: Befristete Arbeitsverträge, erzwungene Teilzeit und oft geht es nur um einen Hungerlohn.  Wir sind froh, dass jetzt wenigstens die Beschäftigten, die in einem Tarifvertrag arbeiten, die Angriffe der Arbeitgeber abwehren konnten. Aber dieser Tarifvertrag muss für allgemein verbindlich erklärt werden, denn zu wenige werden von diesem Tarifvertrag geschützt. Wir brauchen auch schnell den gesetzlichen und flächendeckenden Mindestlohn. Das ist auch ein Schutz der anständigen Arbeitgeber gegen Billigstlohn- und Schmuddelkonkurrenz.

Oft verdienen Verkäuferinnen so wenig, dass sie noch mit Hartz IV aufstocken müssen. Man muss sich das mal vorstellen,“ empört sich Stübner, „da macht der Handel fast 21 Milliarden Gewinn im Jahre 2012 und lässt sich auch noch die Löhne der Mitarbeiterinnen vom Steuerzahler subventionieren. So was muss verboten werden. Dafür sammeln wir auch Unterschriften bei den Kunden.“

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Die Pakete sind versandfertig . . .

Die landesweite Aktion wurde in Böblingen vorbereitet

4.400 Schoki-Karten werden in 26 Einzelaktionen in Baden-Württemberg an Verkäuferinnen übergeben: Für einen guten Tarifvertrag, für die Allgemeinverbindlichkeit des Tarifvertrags und für den Mindestlohn von 10 Euro pro Stunde. Allerdings mussten die Schokis erstmal auf die Karten geklebt werden.

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Schokis drauf: Wie am Fließband.

“Das ist ja hier wie im Akkord,” sagte Richard, dem Elfriede, Angelika, Walter und Stefan zur Hand gingen. Aber in einer großen Fleißaktion konnte die AG Betrieb und Gewerkschaft am Dienstagnachmittag (3. Dezember) Pakete mit einem Gesamtgewicht von 182 Kilo zur Post bringen, damit sie pünktlich vor Ort waren. Die ersten Aktionen begannen schon am Freitag (Nikolaustag): Den Verkäuferinnen was Süßes. Und bei den Kunden Unterschriften sammeln für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Einzelhandel.

3.200 Euro für Lidl-Kassiererinnen

“Anlässlich der Erklärung der Lidl-Kette in der Schweiz, allen Vollzeit-Beschäftigten einen Mindestlohn von 4.000 Franken zu zahlen (3237.90 Euro), also auch für Kassiererinnen, muss das Thema Mindestlohn und das Thema Arbeitsbedingungen deutscher Einzelhandels-Beschäftigter dringend auf den Tisch,” erklärte der wieder gewählte baden-württembergische Bundestagsabgeordnete Richard Pitterle:

“Es ist nicht nachvollziehbar, wieso ein baden-württembergisches Unternehmen des Einzelhandels im Ausland Löhne in der Größenordnung eines Facharbeiters der deutschen Metall- und Elektroindustrie zahlt, während hierzulande in der aktuellen Tarifauseinandersetzung des Einzelhandels seitens der Arbeitgeber Leichtlohngruppen für Kassiererinnen und Regalauffüller gefordert werden.

Ferner wird hier deutlich, dass der von der Linken geforderte flächendeckende Mindestlohn von 10 Euro pro Stunde in der Schweiz allerhöchstens ein mildes Lächeln hervorrufen kann, denn  was Lidl hier zahlt, sind zwanzig Euro.

Und letztlich ist es offensichtlich, dass durch gesetzgeberische Maßnahmen in Deutschland Beschäftigte zwischenzeitlich in einer Art und Weise in eine Übervorteilung genötigt wurden, dass sie gezwungen sind, mieseste Jobs zu miesesten Löhnen zu akzeptieren. Das ist – nicht nur im internationalen Vergleich – eine unerträgliche Aggression gegen die Menschenwürde.

DIE LINKE fordert einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn, dazu gibt es im neuen Parlament eine Mehrheit. Wir fordern zudem die Beendigung des Missbrauchs von Leiharbeit und Werkverträgen für Lohndumping sowie die Abschaffung des entwürdigenden Hartz-IV-Systems, das Beschäftigte in Hungerarbeitsverhältnisse zwingt und den deutschen Steuerzahler nötigt, Lohndrückerei durch Aufstockung in Milliardenhöhe zu subventionieren. Übrigens perverserweise auch bei Beschäftigten der Firma Lidl.”

http://politblog.bazonline.ch/blog/index.php/21004/alle-sind-gewinner-allen-voran-aber-die-kassiererinnen/?lang=de

Warnstreik vorm real auf der Hulb

aus der Kreiszeitung/Böblinger Bote

aus der Kreiszeitung/Böblinger Bote

Richard Pitterle: “Den Verkäuferinnen einen guten Lohn!”

Richard Pitterle

Richard Pitterle

„Die Kündigung aller Tarifverträge im Einzelhandel ist ein bisher nie dagewesener Angriff auf soziale Errungenschaften und Rechte im Einzelhandel,” erklärt der Sindelfinger Bundestagsabgeordnete der Linken, Richard Pitterle. “Im Kampf um bessere Tarifverträge unterstütze ich die Kolleginnen und Kollegen und fordere darüber hinaus die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns von 10 Euro.“ Pitterle weiter:

“Im Kreis Böblingen müssen 12.976 Beschäftigte um ihre Gehaltseinstufung und die Zuschläge für Wochenend-, Spät- und Nachtdienste bangen, so viele sozialversicherungspflichtig Beschäftigte gibt es laut Arbeitsagentur bei uns im Einzelhandel. Davon sind 8.240 Frauen. Darüber hinaus sind bei uns bereits tausende als Mini- und Midijobber beschäftigt. Die Arbeitgeber haben fast alle bestehenden Tarifverträge aufgekündigt und blasen damit zu einem Generalangriff auf Löhne und Arbeitsbedingungen.

Und diese Arbeitsbedingungen im Einzelhandel haben sich durch eine seit Jahren stattfindende Tarifflucht der Arbeitgeber ohnehin schon dramatisch verschlechtert: 33,7 Prozent der mehrheitlich weiblich Beschäftigten arbeiten im Einzelhandel in Baden-Württemberg unterhalb der offiziellen Niedriglohngrenze von 10,36 Euro.

Angesichts der riesigen Gewinne von Aldi, Rewe, C&A und Co ist das ein Skandal. Im Kampf für gute Arbeitsbedingungen und gute Löhne haben die Beschäftigten des Einzelhandels meine volle Unterstützung, und ich bitte auch die Kunden, sich in den laufenden Tarifauseinandersetzungen mit den Verkäuferinnen und Verkäufern solidarisch zu zeigen.“

Pitterle: „Karstadt muss zurück in die Tarifbindung“

Richard Pitterle

Richard Pitterle

Der Sindelfinger Bundestagsabgeordnete Richard Pitterle hält in der aktuellen Auseinandersetzung um einen Tarif bei Karstadt zu den Beschäftigten. Der Konzern ist vor wenigen Tagen aus der Tarifbindung ausgestiegen. Tarifliche Lohnerhöhungen gehen nun an den 20.000 Karstadt-Beschäftigten vorbei.

„Gerade die Beschäftigten, auch jene in Leonberg, haben in Zeiten der Karstadt-Krise für ihr Unternehmen auf viel Geld verzichtet. Zum Dank sollen sie nun auf ihre tariflichen Lohnerhöhungen verzichten.“ so Pitterle.
Ver.di versucht nun, mit den Beschäftigten Lohnerhöhungen innerhalb des Konzerns zu erreichen und den Konzern zurück in die Tarifbindung zu zwingen.

„Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen darf nicht nur Geld aus dem Unternehmen herausziehen, z.B. für die Namensrechte, sondern er muss endlich in das Unternehmen investieren – so wie das die Beschäftigten in den vergangenen Jahren auch getan haben.”