Schlagwort: Industrie 4.0

100 Prozent der Fläche statt 98 Prozent der Bevölkerung

Anfang 2019 sollen die Frequenzen der nächsten Mobilfunkgeneration versteigert werden. Die Netzagentur hat dafür nun ihre Regeln vorgelegt. Flächendeckendes 5G ist dabei nicht vorgesehen. Nach dem derzeitigen Stand wird die Netzabdeckung in Deutschland auch  weiterhin aussehen wie ein Schweizer Käse.

Die Mobilfunkanbieter haben sich mit Händen und Füßen gegen einen 100 % flächendeckenden Ausbau auf 5G-Niveau gewehrt. Ihr Hauptargument dabei ist die fehlende Wirtschaftlichkeit – zu hohe Investitionen, zu wenig Gewinn. Diese Litanei hören die Bürger*innen schon seit Jahren. Herausgekommen ist eines der schlechtesten Mobilfunknetze Europas mit den höchsten Preisen. Da fragt man sich, wie Anbieter in anderen europäischen Ländern mit wesentlich höherer Mobilfunkdichte und zu besseren Konditionen für die Verbraucher über die Runden kommen. 

Da verwundert es umso mehr, wie der Beirat der Bundesnetzagentur empfehlen kann, die Nutzung der vorhandenen Netze durch alle am Markt vertretenen Anbieter abzulehnen. Dieses ‚nationales Roaming‘ genannte Verfahren wäre für die Bürgerinnen und Bürger ein großer Fortschritt gewesen. Stattdessen die Bitte an die Bundesnetzagentur,  ihre Möglichkeiten auszuschöpfen, die Marktteilnehmer zu maximaler Kooperation zu bewegen, damit allen Endkunden möglichst durchgängige Netze zugänglich sind. Das hat in der Vergangenheit beim Ausbau des 4G-Netzes schon nicht funktioniert, es wird auch diesmal nicht funktionieren.

Mobilfunk wird bislang zumeist mit mobilem Telefonieren verknüpft. Dazu kam in jüngster Zeit die Internetanbindung per Smartphone, die mal besser und mal schlechter funktioniert, die bislang jedoch nicht Teil der Netzabdeckungsverpflichtung ist, weil sich diese nur auf die Telefonie bezieht. Von 5G erhoffen sich jedoch neben Facebook und Twitter ganz andere Anbieter eine Erleichterung ihres Markteintritts. 5G soll das Trägermedium der verstärkten Digitalisierung unserer Umwelt werden. Dazu zählen das autonome Fahren, das nur über ein resilientes 5G-Netz die Kommunikation und Abstimmung mit anderen Fahrzeugen sichern kann. Mit der Telemedizin sollen Operationen auch aus der Ferne durchführbar sein. Die entsprechende Technik wurde auch in Deutschland schon entwickelt. Als weiteren Anwendungsfall zählt das Konzept Industrie 4.0 im Allgemeinen. Sollte Deutschland hier nicht frühzeitig einsteigen und mit investieren, würden entsprechende Entwicklungspotentiale des ländlichen Raumes vergeben.

DIE LINKE fordert weiterhin, zum Hauptkriterium der Vergaberegeln vor allem den Versorgungsgrad. 98 Prozent der Bevölkerung zu versorgen, mag in dicht besiedelten Ballungsgebieten noch funktionieren, im ländlichen Baden-Württemberg ist es dagegen fast ein Garant für ‚weiße Flecken‘ bei der Netzabdeckung. Folgerichtig muss es also heißen: 100 Prozent der Fläche statt 98 Prozent der Bevölkerung müssen versorgt werden. Technologien wie autonomes Fahren funktionieren nun mal nur flächendeckend, wenn auch die kleinste Dorfstraße über 5G verfügt.

Linke Antworten auf die Modernisierung der Arbeitswelt

Ein Thema, das die Zukunft der Arbeitswelt, der Sozialsysteme, der ganzen Gesellschaft in der nächsten Zeit so tiefgreifend verändern und bestimmen wird, wie kaum ein anderes, kommt derzeit in den ganz großen politischen Auseinandersetzungen kaum vor: Die Digitalisierung.
„Crowdsourcing“, „Cloudworking“, „Home-Office“ und „cyber-physical- systems“ sind nur einige Begriffe der neuen digitalen Arbeitswelt, die im Zuge von nichts geringerem als einer vierten industriellen Revolution oder kurz „Industrie 4.0“, bereits im Entstehen ist.
Neue und schnellere Automatisierungsprozesse und die Fortschritte in Robotik sowie bei intelligenter Software eröffnen einerseits die Chance, den Menschheitstraum von einer vom Arbeitszwang befreiten und zugleich gerechte Teilhabe aller sicherstellenden Gesellschaft zu realisieren. Andererseits bergen sie die Gefahr der Massenarbeitslosigkeit und den bisherigen gesetzlichen Instrumenten der Mitbestimmung am Arbeitsplatz sowie den Tarifparteien drohen ihre klassischen Regelungsfelder, wie Arbeitszeit und Arbeitsentgelt, abhanden zu kommen.

Wie kann diesen unaufhaltsamen Veränderungen begegnet und wirtschaftliche, soziale und politische Teilhabe und Mitbestimmung der Menschen am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft fortgeschrieben und weiterentwickelt werden?
Wie können neue Technologien bei all dem eine progressive Rolle spielen und – ganz im marx’schen Sinne – zu einer progressiven Umwälzung der Produktionsverhältnisse beitragen?
Wie abhängig, wie kollektiv-, wie selbstbestimmt wollen wir künftig arbeiten und wollen wir das überhaupt?
Wäre ein bedingungsloses Grundeinkommen der Weg für eine zukunftsfähige, solidarische und teilhabeorientierte Reform der Sozialsysteme jenseits von Arbeitszwang und Arbeitsfetisch?

Linke Antworten auf die Modernisierung der Arbeitswelt

27. September 2018  Aktuelles aus unserem Kreisverband

Am Samstag, den 1. Dezember wird sich DIE LINKE. Böblingen auf die suche nach „Linke Antworten auf die Modernisierung der Arbeitswelt“ begeben. Es wird um Digitalisierung, Crowdsourcing, Cloudworking, Home-Office, Cyber-Physical-Systems und natürlich Industrie 4.0 gehen.

Ein Thema, das die Zukunft der Arbeitswelt, der Sozialsysteme, der ganzen Gesellschaft in der nächsten Zeit so tiefgreifend verändern und bestimmen wird, wie kaum ein anderes, kommt derzeit in den ganz großen politischen Auseinandersetzungen kaum vor: Die Digitalisierung.
„Crowdsourcing“, „Cloudworking“, „Home-Office“ und „cyber-physical- systems“ sind nur einige Begriffe der neuen digitalen Arbeitswelt, die im Zuge von nichts geringerem als einer vierten industriellen Revolution oder kurz „Industrie 4.0“, bereits im Entstehen ist.
Neue und schnellere Automatisierungsprozesse und die Fortschritte in Robotik sowie bei intelligenter Software eröffnen einerseits die Chance, den Menschheitstraum von einer vom Arbeitszwang befreiten und zugleich gerechte Teilhabe aller sicherstellenden Gesellschaft zu realisieren. Andererseits bergen sie die Gefahr der Massenarbeitslosigkeit und den bisherigen gesetzlichen Instrumenten der Mitbestimmung am Arbeitsplatz sowie den Tarifparteien drohen ihre klassischen Regelungsfelder, wie Arbeitszeit und Arbeitsentgelt, abhanden zu kommen.

Wie kann diesen unaufhaltsamen Veränderungen begegnet und wirtschaftliche, soziale und politische Teilhabe und Mitbestimmung der Menschen am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft fortgeschrieben und weiterentwickelt werden?
Wie können neue Technologien bei all dem eine progressive Rolle spielen und – ganz im marx’schen Sinne – zu einer progressiven Umwälzung der Produktionsverhältnisse beitragen?
Wie abhängig, wie kollektiv-, wie selbstbestimmt wollen wir künftig arbeiten und wollen wir das überhaupt?
Wäre ein bedingungsloses Grundeinkommen der Weg für eine zukunftsfähige, solidarische und teilhabeorientierte Reform der Sozialsysteme jenseits von Arbeitszwang und Arbeitsfetisch?