Bedingungsloses Grundeinkommen

11. April 2013  DIE LINKE. KV Ulm/Alb-Donau

Wer das erste Mal davon hört denkt wahrscheinlich, warum sollte man jemandem, der nicht arbeitet, 800 € im Monat zahlen, ohne daran eine Bedingung zu knüpfen. Aber wir brauchen solche Leute. Sie könnten auch für diejenigen, die Erwerbsarbeit leisten von entscheidender Bedeutung sein. Die moderne Arbeitswelt ist geprägt von Automatisation. Durch den Computer wurden unzählige Arbeitsplätze überflüssig. Eine Sekretärin erledigt die Arbeit von mehreren Kolleginnen mit Hilfe von Kettenbriefen. Bei den Banken fallen viele Arbeitsplätze weg, da die Kunden ihre Konten Online führen. In der Autoindustrie bauen Schweißroboter ganze Autos vollautomatisch zusammen. Im Supermarkt ist Selbstbedienung angesagt und an der Kasse soll wie bei IKEA der Kunde selbständig bezahlen. Die Liste ließe sich noch beliebig fortsetzen. Daraus kann man nur einen Schluss ziehen:

Es wird nie wieder Vollbeschäftigung geben!

Somit sind die Unternehmen in der komfortable Lage, dass in Deutschland 46,9 Millionen Arbeitssuchende um 38,84 Millionen Arbeitsplätze konkurrieren (Stand 2008). Wenn jemand mit seinen Arbeitsbedingungen oder seiner Bezahlung unzufrieden ist, dann kann er ja gehen. Der Nächste wartet schon auf seinen Arbeitsplatz.

Erwerb

Jetzt kommt das bedingungslose Grundeinkommen ins Spiel. Die Ware Arbeit muss verknappt werden. Wenn jemand so anspruchslos ist, dass er mit 800 € im Monat zufrieden ist (Ein Auto ist dann wohl nicht drin), dann ist er kein Faulenzer, sondern er erhält eine Prämie dafür, dass er auf sein Recht auf Arbeit verzichtet. Wir bräuchten etwa 8 Millionen solcher Leute, dann würde es auf dem Arbeitsmarkt ganz anders aussehen. Die Firmen müssten anständige Angebote machen, um Mitarbeiter zu gewinnen. Für 400 € Minilohn würde sich niemand mehr an die Kasse eines Supermarktes setzen oder im Akkord Zimmer putzen. Das bedingungslose Grundeinkommen ist finanzierbar. Wer es nicht glaubt, kann sich die Berechnungen von Professor Pelzer von der Uni Ulm ansehen. Dort kann man auch ausrechnen, wie sich das Grundeinkommen auf die Finanzen des Einzelnen auswirkt. Links:  www.grundeinkommen-ulm.de

Jeder kann noch hinzuverdienen so viel er will, muss dann dafür natürlich Steuern zahlen. Man kann sagen, dass man bis etwa 60.000 € Jahreseinkommen besser wegkommen würde als jetzt, wer mehr verdient müsste allerdings mehr Steuern bezahlen. Die überwiegende Mehrheit der Steuerzahler würde also vom Grundeinkommen profitieren. Aus diesem Grunde hat sich die Linke entschlossen in Baden-Württemberg eine Landesarbeitsgemeinschaft Bedingungsloses Grundeinkommen zu gründen. Kontakt: evamaria_glathe@gmx.de


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