{"id":625,"date":"2019-05-17T14:57:04","date_gmt":"2019-05-17T12:57:04","guid":{"rendered":"https:\/\/linke-bw.de\/ostfildern\/?p=625"},"modified":"2019-05-17T18:30:53","modified_gmt":"2019-05-17T16:30:53","slug":"rede-ulrich-spangenberger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/linke-bw.de\/ostfildern\/2019\/05\/17\/rede-ulrich-spangenberger\/","title":{"rendered":"Rede Ulrich Spangenberger vor VONOVIA Niederlassung Stuttgart, anl\u00e4sslich der bundesweiten  Demonstrationen am 15. Mai"},"content":{"rendered":"\n<p>Hallo\nzusammen,<\/p>\n\n\n\n<p>ich\nbin Mitinitiator der Mietergemeinschaft Montluelweg in Ostfildern. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Das\nerste Treffen unserer Mietergemeinschaft war Anfang des Jahres. Wir\nhaben seitdem die Klagen und Beschwerden der Mieter*innen \u00fcber\nVonovia zun\u00e4chst zusammengef\u00fchrt, dann zu Themenbereichen\ngeb\u00fcndelt, Briefe aufgesetzt, den Mietern noch einmal vorgelegt f\u00fcr\nevtl. Korrekturen oder Erg\u00e4nzungen und anschlie\u00dfend von s\u00e4mtlichen\nMietern unterschreiben lassen. Aus unserem Block haben von 22\nbewohnten Wohnungen 15 Parteien unterschrieben. Ende April sind die\nBriefe in die Post gegangen. Vonovia hat daraufhin in einer ersten\nReaktion vor kurzem zugesagt, eine unserer Forderungen zu erf\u00fcllen\nund uns in den n\u00e4chsten Tagen s\u00e4mtliche Belege der Abrechnungen\nzukommen zu lassen. Das sind \u00fcber 100 Seiten, die wir nach Erhalt\npr\u00fcfen werden. \n<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Weitere\nkleinere Reaktionen von Vonovia k\u00f6nnen wir auch schon vermerken, so\nhaben Mitarbeiter des Konzerns den verdreckten Au\u00dfenbereich um die\nM\u00fclltonnen fotografiert, wenige Tage sp\u00e4ter war dieser Bereich\ntats\u00e4chlich so sauber, wie es sein sollte und wie es die ganzen\nJahre vorher nie war.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf\ndem Weg zur Kundgebung ist mir dann auch noch aufgefallen, dass der\nSand an den Spielpl\u00e4tzen in unserer Wohnanlage endlich mal wieder\nausgetauscht wird, was seit Jahren \u00fcberf\u00e4llig war. Auch das ist\/war\neine unserer Forderungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie\ngesagt, wir sind erst am Anfang, und wir hoffen nat\u00fcrlich, dass wir\nim Laufe der Zeit noch ganz andere Dinge erreichen werden. Wir wissen\naber auch, dass wir dazu einen langen Atem brauchen. Ein sch\u00f6ner\nNebeneffekt hat sich allerdings bereits jetzt eingestellt, wir haben\ninzwischen den Eindruck gewonnen, dass die Mieter untereinander viel\nachtungsvoller miteinander umgehen, weil wir an einer gemeinsamen\nSache arbeiten. Au\u00dferdem haben wir spontan ein Nachbarschaftsfest\nverabredet, dass jetzt im Juni steigen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Erg\u00e4nzend\nm\u00f6chte ich noch ein paar neue Informationen zum Fall Frau Kindleb,\neiner schwerbehinderten Rentnerin in unserer Nachbarschaft, geben.\nFrau Kindleb, sollte wenige Tage vor Weihnachten zwangsger\u00e4umt\nwerden, weil sie angeblich immer wieder Tauben f\u00fcttert. Unsere\nStadtr\u00e4tin Jutta Zwaschka und ich hatten, als wir Kenntnis davon\nbekamen, Kontakt zu Frau Kindleb aufgenommen und konnten letztendlich\nauch mit Hilfe eines \u00e4rztlichen Attestes erreichen, dass der Fall\nneu aufgerollt wird. Wir sind weiterhin in Kontakt mit Frau Kindleb.\nSie sagt, ihr gehe es den Umst\u00e4nden entsprechend gut. In Wahrheit\nist aber die Situation eher Dauerstress f\u00fcr sie. Wir hoffen jedoch,\ndass das Verfahren in absehbarer Zeit zu Gunsten von Frau Kindleb\nentschieden wird und sie dauerhaft in ihrer Wohnung bleiben darf. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Weshalb\nich aber eigentlich hier zum Megaphon greife, hat einen anderen\nGrund: \n<\/p>\n\n\n\n<p>Wir\nstehen zwar hier heute vor der Vonovia Niederlassung in Stuttgart und\nprotestieren mit vielen anderen in der Republik gegen die\nMachenschaften des Konzerns. Uns sollte aber auch bewusst sein, dass\nuns vor allen Dingen auch der Gesetzgeber in den R\u00fccken f\u00e4llt.\nDenn: Das Grundrecht auf Wohnen, auf bezahlbares Wohnen, im Sinne\neiner Daseinsvorsorge muss gerade von den Schw\u00e4chsten einer\nGesellschaft erlebt und gelebt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es\nreicht doch nicht aus, wenn Politiker in ihren feinen\nDesignerklamottchen in Talkshows Lippenbekenntnisse ablegen, wie sehr\nihnen diese Situation leide tue, und wie furchtbar sie es finden,\nwenn eine alleinerziehende Mutter Ihrem Bub wieder einmal das Geld\nf\u00fcr das Schwimmbad nicht geben kann, weil sie nicht wei\u00df, wie sie\nihre Miete zahlen soll. Und die Tochter muss sie aus den gleichen\nGr\u00fcnden vom Sportverein abmelden. Solche Aussagen sind pures\nGeschw\u00e4tz und reine Selbstdarstellung von Leuten die fernab von\njenen sind, f\u00fcr die sie gerade vorgeben Partei zu ergreifen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das\nsind Zust\u00e4nde, da sollte sich ein Rechtsstaat f\u00fcr sch\u00e4men, wenn\ndenn seine Vertreter Moral h\u00e4tten. Wir wissen aber auch alle aus der\nGeschichte, dass den Menschen niemals etwas geschenkt wurde. Denkt an\ndie Suffragetten vor 100 Jahren, denkt an die Fridays for Future\nBewegung heute, wir mussten und m\u00fcssen immer wieder aufs Neue um\nunser Recht k\u00e4mpfen. Denn was das Gesetz sagt, ist nicht unbedingt\nimmer das, was Recht ist. Das hat schon der ehemalige hessische\nGeneralstaatsanwalt Fritz Bauer in den 50er und 60er Jahren des\nletzten Jahrhunderts gewusst. Auch deshalb hat er sein sehr\nlesenswertes Buch mit dem Titel \u201eAuf der Suche nach dem Recht\u201c\ngeschrieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir\nsind schon viele in dieser Republik, die sich \u00fcber die Zust\u00e4nde in\ndenen wir leben m\u00fcssen aufregen und dagegen demonstrieren. Aber\nlasst uns mehr werden. Macht Nachbarschaftsfeste, stellt wo immer\nm\u00f6glich eine Bank auf und setzt Euch am Feierabend zusammen und\ntrinkt ein Bierchen und schw\u00e4tzt mit Euren Nachbarn. Das kann so\nwohltuend erfrischend sein. Und ist sicher besser, als sich wieder\neinen Abend vom Fernsehprogramm einlullen zu lassen. Lernt Euch\neinfach besser kennen. Dann werdet Ihr erfahren, dass Ihr alle die\ngleichen Interessen habt. Und es werden viele Bereiche sein, wo wir\naufstehen k\u00f6nnen, um unser Recht einzufordern und zeigen, dass uns\nvor der geifernden Fratze des Neoliberalismus mit allen ihren\nVasallen und Lobbyisten, keine Bange ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Lasst\nuns gemeinsam f\u00fcr unsere Rechte k\u00e4mpfen: \n<\/p>\n\n\n\n<p>In\nden H\u00e4usern, auch in den Schulen<\/p>\n\n\n\n<p>In\nden B\u00fcros, auch in den Fabriken<\/p>\n\n\n\n<p>Auf\nden Stra\u00dfen, auch auf den H\u00f6fen<\/p>\n\n\n\n<p>Gemeinsam\nk\u00f6nnen wir so stark sein, la\u00dft uns diese St\u00e4rke deutlich machen. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Habt\nVertrauen zu Euch selbst und in unsere rechtm\u00e4\u00dfige Sache.      \n<\/p>\n\n\n\n<p>Danke<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo zusammen, ich bin Mitinitiator der Mietergemeinschaft Montluelweg in Ostfildern. Das erste Treffen unserer Mietergemeinschaft war Anfang des Jahres. Wir haben seitdem die Klagen und Beschwerden der Mieter*innen \u00fcber Vonovia zun\u00e4chst zusammengef\u00fchrt, dann zu Themenbereichen geb\u00fcndelt, Briefe aufgesetzt, den Mietern noch einmal vorgelegt f\u00fcr evtl. Korrekturen oder Erg\u00e4nzungen und anschlie\u00dfend von s\u00e4mtlichen Mietern unterschreiben lassen. &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/linke-bw.de\/ostfildern\/2019\/05\/17\/rede-ulrich-spangenberger\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eRede Ulrich Spangenberger vor VONOVIA Niederlassung Stuttgart, anl\u00e4sslich der bundesweiten  Demonstrationen am 15. Mai\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":207,"featured_media":503,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0},"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/linke-bw.de\/ostfildern\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/625"}],"collection":[{"href":"https:\/\/linke-bw.de\/ostfildern\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/linke-bw.de\/ostfildern\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/linke-bw.de\/ostfildern\/wp-json\/wp\/v2\/users\/207"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/linke-bw.de\/ostfildern\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=625"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/linke-bw.de\/ostfildern\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/625\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":635,"href":"https:\/\/linke-bw.de\/ostfildern\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/625\/revisions\/635"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/linke-bw.de\/ostfildern\/wp-json\/wp\/v2\/media\/503"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/linke-bw.de\/ostfildern\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=625"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/linke-bw.de\/ostfildern\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=625"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/linke-bw.de\/ostfildern\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=625"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}