Wenn Grüne „Nein!“ und Linke „Ja!“ sagen

12. November 2015  Presse

Ausschusssitzung: Stadträte genehmigen drei Bauplanungen – Ärger um ehemalige Lukaskirche

[Rhein-Neckar-Zeitung vom 12. November 2015]

Weinheim. (web) Eigentlich sind sie oft einer Meinung, die Grünen und die Linken. Siehe Breitwiesen-Bebauung (dagegen) oder Internationaler Ausschuss (dafür). Im Verlauf der gestrigen Sitzung des Ausschusses für Technik und Umwelt sind der Linke Carsten Labudda und GAL-Fraktionschefin Elisabeth Kramer jedoch aneinandergeraten.

Zankapfel war der Bebauungsplan für die Flächen der ehemaligen Lukasgemeinde. 22 Monate ist das Planverfahren schon alt. Grund für das langsame Vorankommen sind Proteste aus der Nachbarschaft: Die geplante Wohnbebauung sei zu hoch und zu massiv, hatten die Anwohner moniert. Die Stadt reagierte mit zwei Bürgerinfos, und auch der Investor bewegte sich. Aus drei großen Häuserblöcken wurden vier etwas kleinere, der Abstand zwischen den Gebäuden und der Schollstraße vergrößerte sich, Staffelgeschosse wichen zurück.

CDU, SPD, Freie Wähler, Weinheimer Liste und Linkspartei gaben sich damit zufrieden. Immerhin sollen hier Geschosswohnungen entstehen. Das ist genau die Art von Wohnraum, die in Weinheim Mangelware ist. Grünen und FDP ging das Entgegenkommen des Investors dagegen nicht weit genug. Während sich die Liberalen enthielten, kündigte Kramer ein „Nein!“ der GAL an. „Es wird wenig geändert, aber man tut so, als sei dieser Kompromiss ein großes Ding“, ärgerte sie sich auch darüber, dass aus ehedem 22 Bäumen auf dem Gelände elf werden. Das rief Labudda auf den Plan: „Soweit ich weiß, wohnen Sie in der Nähe“, hielt er Kramer entgegen: „Gehen Sie ins Internet, schauen Sie sich die Weinheimer Wohnungspreise an – und überdenken Sie ihre Verweigerungshaltung!“. Kramer wehrte sich: „Ich verweigere nichts, wir wollen nur, dass die Häuser um ein Stockwerk niedriger werden.“ So oder so: Der Bebauungsplan geht in die Offenlage. Einen Schritt weiter sind die Planungen für das GRN-Gesundheitszentrum am Hammelsbrunnen. Der ATU stimmte dem Satzungsbeschluss zu.

Ganz am Anfang stehen dagegen die – inhaltlich noch ziemlich offenen – Planungen für das Schul- und Kulturzentrum am Rolf-Engelbrecht-Haus. Damit die Stadt zumindest ein Baufenser vorhalten kann, passierte gestern ein entsprechender Aufstellungsbeschluss das Gremium.


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