{"id":1231,"date":"2019-04-03T12:11:42","date_gmt":"2019-04-03T10:11:42","guid":{"rendered":"https:\/\/linke-bw.de\/petersblog\/?p=1231"},"modified":"2019-04-03T12:11:42","modified_gmt":"2019-04-03T10:11:42","slug":"das-einfache-das-so-schwer-zu-machen-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/linke-bw.de\/petersblog\/2019\/04\/03\/das-einfache-das-so-schwer-zu-machen-ist\/","title":{"rendered":"Das Einfache, das so schwer zu machen ist"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>DAS EINFACHE, DAS SO\nSCHWER ZU MACHEN IST (1).<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bertolt Brecht bezeichnet in seinem Werk \u201eDie Mutter. Leben\nder Revolution\u00e4rin Pelagea Wlassowa aus Twer\u201c die Erreichung und den Aufbau des\nKommunismus als das Einfache, das so schwer zu machen sei. Richtig an dieser\nAussage ist, das haben die Entwicklung der Arbeiterbewegung und sp\u00e4ter des\nRealsozialismus gezeigt, dass eine nachkapitalistische Gesellschaftsordnung zu\nerreichen und aufzubauen mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden ist. Worin\ndiese Schwierigkeiten liegen, haben Generationen von Marxisten inzwischen zu\nergr\u00fcnden versucht. In der Regel wurde Bezug genommen auf Schriften von Marx\nund Engels, ohne sich dar\u00fcber Rechenschaft abzulegen,&nbsp; dass sie sich in der Regel noch in einem\nForschungsprozess befanden und erst mit dem \u201eKapital\u201c von Marx eine entwickelte\nDarstellung der Grundlage&nbsp; von\nallt\u00e4glichen Bewusstseinsformen in der kapitalistischen Produktionsweise und\nden Schwierigkeiten ihrer \u00dcberwindung vorliegt. Allerdings war es nicht eine\nvollst\u00e4ndige Rezeption des \u201eKapital\u201c, die f\u00fcr Generationen von Marxisten\nma\u00dfgebend bei der Erfassung von Bewusstseinsformen war, sondern h\u00e4ufig\nManuskripte aus dem Forschungsprozess von Marx. In der \u201eDeutschen Ideologie\u201c\nbeispielsweise wurden von Marx die herrschenden Gedanken in der Gesellschaft als\ndie Gedanken der Herrschenden identifiziert. Zitat von 1845\/46: <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eDie Gedanken der herrschenden Klasse sind in jeder Epoche\ndie herrschenden Gedanken , das hei\u00dft, die Klasse, welche die herrschende\nmaterielle Macht der Gesellschaft ist, ist zugleich ihre herrschende geistige\nMacht.\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Interpretation dieses Auszugs aus der \u201eDeutschen\nIdeologie\u201c lud viele Marxisten zu der Vorstellung ein, die Entwicklung zu einem\nrevolution\u00e4ren Bewusstsein der Arbeiterklasse sei prinzipiell beschr\u00e4nkt und es\nbed\u00fcrfe der Nachhilfe durch die Partei der Arbeiterklasse. Lenin zum Beispiel\nwar der Auffassung, die Arbeiterklasse k\u00f6nne selbstst\u00e4ndig nur zu\n\u201etradeunionistischem\u201c Bewusstsein kommen und zur Entwicklung von\nKlassenbewusstsein bed\u00fcrfe es der Partei der Arbeiterklasse. Damit war der Weg\nzu einer Verselbst\u00e4ndigung der Partei geebnet, mit zum Teil fatalen Folgen f\u00fcr\ndie Arbeiterbewegung. Rosa Luxemburg sah keine Notwendigkeit, eine umfassende\nRezeption des \u201eKapital\u201c vorzunehmen .Sie meint, alle Probleme des 3.Bandes des\n\u201eKapital\u201c wie zum Beispiel der Fall der durchschnittliche Profitrate, die\nAufspaltung des Mehrwertes in Profit, Zins und Grundrente sowie die\nkapitalistische Konkurrenz&nbsp; seien wichtig\nvom theoretischen Standpunkt aus betrachtet, aber gleichg\u00fcltig vom Standpunkt\ndes praktischen Klassenkampfes. Allein die Erkl\u00e4rung des Mehrwertes im 1.Band\ndes \u201eKapital\u201c sei relevant f\u00fcr die sozialistische Umw\u00e4lzung. Eine unvollst\u00e4ndige\nKenntnis der Kritik der politischen \u00d6konomie reiche f\u00fcr den Klassenkampf aus.\nLuxemburg argumentiert, es sei illusion\u00e4r zu glauben, die Marxsche Kritik der\npolitischen \u00d6konomie k\u00f6nne Hinweise geben \u00fcber die Struktur des allt\u00e4glichen\nBewusstseins der Arbeiterklasse und f\u00fcr das Bed\u00fcrfnis der Arbeiterklasse, den\nKlassenkampf erfolgreich zu f\u00fchren. Die geistig-kulturelle Entwicklung im\nKapitalismus sei durch die herrschende Klasse bestimmt und es k\u00f6nne keine\nandere geben als die b\u00fcrgerliche.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dem ist entgegenzuhalten, dass Marx im Rahmen seines\nForschungsprozesses eine sehr differenzierte Darstellung der Bewusstseinsformen\nentlang der Formbestimmungen des Kapitals entwickelt hat. Auf verschiedenen\nEbenen der \u00f6konomischen Struktur der Gesellschaft wird die Antriebsfeder des\nKapitalismus, die Produktion und Aneignung des Mehrwertes, immer weiter\nverschleiert. Daraus entsteht eine strukturelle Schranke der Entwicklung des\nKlassenbewusstseins, die im 3.Band des \u201eKapital\u201c, wo es um die Oberfl\u00e4che der Gesellschaft\ngeht, dargestellt wird. Es ist au\u00dferdem zu sehen, ob und welche\nAnkn\u00fcpfungspunkte zur \u00dcberwindung dieser Schranke gegeben sind.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die gro\u00dfe Mehrheit der Bev\u00f6lkerung in der\nBundesrepublik befindet sich in einem Lohnarbeitsverh\u00e4ltnis bzw. lebt von Lohnersatzleistungen\noder staatlichen Umverteilungen. &nbsp;Das\nLohnarbeitsverh\u00e4ltnis ist auch heute strukturbestimmend f\u00fcr den normalen Alltag\nder Menschen. Das allt\u00e4gliche Bewusstsein stellt sich als widerspr\u00fcchlich dar.\nEinerseits wird das Lohnarbeitsverh\u00e4ltnis als Subordination unter die Regie des\nKapitals empfunden, andererseits aber f\u00fchlt sich der Lohnabh\u00e4ngige als freier\nWarenbesitzer, frei zum Verkauf seiner Arbeitskraft oder frei zum Kauf der f\u00fcr\nsein Leben notwendigen Waren. Hinzu kommen Ambivalenzen aufgrund von\npolitischen, kulturellen, moralischen und religi\u00f6sen Auffassungen. Marx pr\u00e4gte\nin Bezug auf das allt\u00e4gliche Bewusstsein im 3.Band des \u201eKapital\u201c den Begriff\nder Alltagsreligion. Es handelt sich hier um die Darstellung des\nGesamtprozesses des Kapitals und die Betrachtung der Oberfl\u00e4che der\nb\u00fcrgerlichen Gesellschaft in seiner \u00f6konomischen Struktur. In ihrem\n\u00f6konomischen Alltag sind die Gesellschaftsmitglieder Besitzer verschiedener\nEinkommensquellen, sie beziehen Arbeitsl\u00f6hne, Profite, Zinsen und Grundrenten.\nDurch die best\u00e4ndige Reproduktion dieser Verh\u00e4ltnisse entsteht an der\ngesellschaftlichen Oberfl\u00e4che der falsche Schein, dass die Wertsch\u00f6pfung der\nkapitalistischen Produktion aus dem Zusammenwirken der Produktionsfaktoren\nArbeit, Kapital und Boden hervorgerufen werde .Der wirkliche Zusammenhang, dass\nnach dem Verkauf der Arbeitskraft der Lohnabh\u00e4ngige den Wert und den Mehrwert\nschafft, wird versch\u00fcttet. Verantwortlich daf\u00fcr ist auch die Kategorie des\nArbeitslohnes, die den Schein hervorruft, nicht die Arbeitskraft, sondern die\nArbeit des Lohnabh\u00e4ngigen werde verg\u00fctet. Es kommt hinzu, dass nicht gesehen\nwird, dass der urspr\u00fcnglich geschaffene Mehrwert in Profit, Zins und Grundrente\nzerf\u00e4llt, deren Existenz auf ganz unterschiedliche Weise erkl\u00e4rt wird. Der\nProfit erscheint an der Oberfl\u00e4che als Ergebnis der Leistung und der Risikobereitschaft\ndes Kapitalisten, der Zins als besondere Qualit\u00e4t des Geldes und die Grundrente\nals Ergebnis der Beschaffenheit des Bodens. Im Alltagsleben der Lohnabh\u00e4ngigen\nist somit von Bedeutung, dass der freie Wille und die eigene Leistung als\nma\u00dfgebend f\u00fcr ihre gesellschaftliche Stellung angesehen werden.&nbsp; Gleichwohl bleibt ihr Bewusstsein\nwiderspr\u00fcchlich, weil auch die Herrschaftsverh\u00e4ltnisse in der Produktion, die\nArbeitsverh\u00e4ltnissen allgemein und auch die anderen Lebensverh\u00e4ltnisse Teil\nihrer t\u00e4glichen Erfahrungen bleiben. Die illusion\u00e4ren Bewusstseinsformen k\u00f6nnen\nsich nach Marx erst aufl\u00f6sen, wenn wirtschaftliche, politische und auch\nkulturelle Krisen das Fenster zur \u00dcberwindung der Schranken \u00f6ffnen. Marxens\nTheorie der Mystifikation der Verh\u00e4ltnisse l\u00e4uft somit darauf hinaus zu\nverstehen, warum gerade auch im entwickelten Kapitalismus die gro\u00dfe Mehrheit\nder Bev\u00f6lkerung keinen Ansto\u00df an den Verh\u00e4ltnissen nimmt, sondern sie im\nGegenteil als Verwirklichung von Freiheit und Individualit\u00e4t begreift. Das geht\nso weit, dass die Lohnabh\u00e4ngigen, weil sie als Waren- und Geldbesitzer in die\nVerh\u00e4ltnisse eingebunden sind, einen \u00f6konomischen Individualismus entwickeln\nk\u00f6nnen. Das hei\u00dft, sie sind zum Beispiel Lohnabh\u00e4ngige, Hausbesitzer und\nAktion\u00e4re in einer Person mit all den verschiedenen Auspr\u00e4gungen im Bewusstsein\nund sind damit auch erreichbar f\u00fcr Ideologien aus Medien, Politik und\nWissenschaft etc.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Eine neue Qualit\u00e4t des \u00f6konomischen Alltags und der\nBewusstseinsentwicklung hat sich durch den Finanzkapitalismus und den Neoliberalismus\nentwickelt. Ihre ideologischen Wirkungen lassen sich auch durch die Marxsche\nKritik der politischen \u00d6konomie erfassen. Die Entfesselung des Kapitalismus hat\nin verschiedensten Bereichen zu Markt\u00f6ffnungen gef\u00fchrt mit einer \u00d6konomie der\nUnsicherheit als Ergebnis. Das f\u00fchrt zu einem widerspr\u00fcchlichen Prozess.&nbsp; Einerseits wird nun vom Lohnabh\u00e4ngigen mehr\nSelbstverantwortung als Verk\u00e4ufer seiner Ware Arbeitskraft gefordert, er wird\nzum \u201eArbeitskraftunternehmer.\u201c Andererseits werden aber seine Bedingungen im\nRahmen der Wertsch\u00f6pfung und der Verwertung des Kapitals versch\u00e4rft, es\nentsteht ein neues Verh\u00e4ltnis von \u00dcber- und Unterordnung ohne eine gr\u00f6\u00dfere\nsoziale Ausgestaltung. Die Lebens- und Arbeitsbedingungen aus der Zeit des\nFordismus, die st\u00e4rker durch die soziale Absicherung gekennzeichnet waren,\nwerden durch die Flexibilit\u00e4t und Prekarisierung der Arbeitsverh\u00e4ltnisse\nzunehmend zerst\u00f6rt. \u201eF\u00fchre dich selbst\u201c lautet die Devise und die Probleme von\nsozialer Unsicherheit, Erwerbslosigkeit und Armut werden zur Frage der\nSelbstsorge. Der Neoliberalismus, der seit den 80er Jahren salonf\u00e4hig wurde,\nf\u00fchrte zu weitreichenden sozialen Verwerfungen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>1.Es wurde das zentrale Gl\u00fccks- und\nLeistungsversprechen der \u201esozialen Marktwirtschaft\u201c untergraben.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>2.Das Aufstiegsversprechen der Nachkriegszeit ist kaum\nnoch einzul\u00f6sen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>3.Viele Besch\u00e4ftigte erfahren Kontrollverluste und\nPerspektivlosigkeit angesichts neuer Steuerungsformen, Marktimperativen und\npermanenten Umstrukturierungen in den Unternehmen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>4.Diese Erfahrungen f\u00fchren vor allem bei Teilen der\nMittelklasse zur Wut auf das politische Establishment und auf Migranten und\nf\u00fchren zu einem B\u00fcndel von Ressentiments und einer rechtspopulistischen\nEntwicklung.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Auf dieser Basis sind jedoch auch Ansatzpunkte f\u00fcr\neine sozialistische Politik gegeben. Wesentliche Ansatzpunkte sind die\nErfahrung von Kontrollverlusten und sozialer Unsicherheit, die umfassenden\nangegangen werden m\u00fcssen. Die Qualit\u00e4t von Wohnen, Mobilit\u00e4t, Pflege und\nBildung k\u00f6nnen so politisiert werden, weil gerade auch Leistungsstandards,\nQualit\u00e4t, Bezahlung, Arbeitsplatzsicherheit und Motivation im Arbeitsleben mit\ndar\u00fcber entscheiden, ob und wie andere gesellschaftlichen Bereiche ver\u00e4ndert\nwerden k\u00f6nnen. Die St\u00e4rkung der Wirtschaftsdemokratie ist die Grundlage daf\u00fcr,\ndass die Erfahrungen im Arbeitsleben auf andere gesellschaftlichen Bereiche\nausstrahlen k\u00f6nnen. Die Durchl\u00e4ssigkeit von Betrieb und Gesellschaft kann f\u00fcr\neine zivilgesellschaftliche Sozialismuskonzeption herangezogen werden.&nbsp; Das setzt allerdings voraus, dass auch das\nGrundgesetz des Kapitals, also die Schaffung eines gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Mehrwerts,\nhinterfragt wird und politisch angegangen wird. Die Aneignung des Mehrwertes\ndurch den Kapitalisten und die entsprechenden Eigentumsvorstellung, dass\nEigentum immer auf Arbeit zur\u00fcckzuf\u00fchren sei, wird allerdings durch die Entwicklung\ndes Kapitalismus selbst untergraben. Es hat sich gezeigt, dass nicht durch das\nPrivateigentum an den Produktionsmitteln, sondern durch die gesellschaftliche\nArbeit auf gro\u00dfer Stufenleiter ein hohes Produktivit\u00e4tsniveau erzielt werden\nkann. Das hei\u00dft aber nicht, dass die Vorstellung, Arbeit und eigene Leistung\nf\u00fchre zu Eigentum, von der Bildfl\u00e4che verschwunden ist. Eigentum bleibt eine\nzentrale Kategorie f\u00fcr die Legitimation kapitalistischer Gesellschaften, das\ngilt auch f\u00fcr den Besitzer der Ware Arbeitskraft. Insoweit konnte auch der\nAufstieg des Neoliberalismus seit den 80er Jahren bei weiten Teilen der\nLohnabh\u00e4ngigen Zustimmung finden. Die proklamierte Eigent\u00fcmergesellschaft\ngeriet erst in Erkl\u00e4rungsn\u00f6te, als es zur Finanz- und Wirtschaftskrise 2007\/2008\nkam. Die b\u00fcrgerliche Vorstellung von Arbeit-Leistung-Einkommen und Eigentum\ngeriet aus den Fugen und untergrub auch die Akzeptanz der kapitalistischen\nEigentumsordnung. Auch die Idealisierung der \u201esozialen Marktwirtschaft\u201c, die\nebenso in der Linken anzutreffen ist, ger\u00e4t unter Druck. Es hilft heute kein\nZur\u00fcck zu der Formel, dass Eigentum nur durch eigene Arbeit gerechtfertigt sei,\nwie es zeitweilig auch von Oskar Lafontaine propagiert wurde. Im Gegensatz dazu\nging Marx in seiner Kritik der politischen \u00d6konomie sogar so weit, im Kredit\nund den Aktiengesellschaften Ansatzpunkte f\u00fcr die Gesellschaftsver\u00e4nderung im\nKapitalismus zu sehen. Das liegt darin begr\u00fcndet, dass zum Beispiel in der\nAktiengesellschaft das Kapitaleigentum und auch die Arbeit getrennt sind von\ndem direkten Eigentum an den Produktionsmitteln sowie der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung. Damit\nsieht Marx die Aktiengesellschaften als Durchgangspunkt zur R\u00fcckverwandlung des\nEigentums der Aktion\u00e4re in gesellschaftliches Eigentum. Das bedeutet auch, das\ndie Linke neben dem dominierenden gesellschaftlichen Eigentum in Unternehmen\nauch andere Eigentumsformen wie Genossenschaftseigentum, Staatseigentum und\nauch weiterhin Privateigentum f\u00fcr eine nachkapitalistische Ordnung ins Auge zu\nfassen hat. Ein wesentlicher Grund, weswegen der Realsozialismus gescheitert\nist, lag darin, dass Sozialismus und verschiedene Eigentumsformen sowie\nMarktverh\u00e4ltnisse f\u00fcr nicht miteinander vereinbar erkl\u00e4rt wurden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Es wird zwar die Stunde des dominierenden\nPrivateigentums an den Produktionsmitteln schlagen, auf der Tagesordnung steht\nallerdings der Aufbau einer Wirtschaftsdemokratie und einer demokratischen\nSteuerung der Unternehmen. Der Kampf gegen die Dominanz der Verm\u00f6gensbesitzer\nund ihren Vertretern in Fonds und Kapitalanlagegesellschaften muss ein\nwesentlicher Inhalt linker Politik sein. Anzukn\u00fcpfen ist an den gesellschaftlichen\nErosionsprozessen des Neoliberalismus mittels einer B\u00fcndnispolitik zwischen\nLinkspartei, Gr\u00fcnen, der Sozialdemokratie, Gewerkschaften und alternativen\ndemokratischen Organisationen. Es muss eine emanzipatorische Perspektive gegen\ndie Anspr\u00fcche der Kapitaleigent\u00fcmer sichtbar gemacht werden.&nbsp; Eine solche Politik wird gesellschaftlich nur\ndurchsetzbar sein, indem L\u00f6hne, soziale Sicherheit, die F\u00f6rderung von Qualifikationen,\nBildung, Schutz der Umwelt, eine soziale Wohnungspolitik und eine soziale\nMigrationspolitik und einiges mehr &nbsp;zum\nMa\u00dfstab linker Politik werden und das auch von gro\u00dfen Teilen der Bev\u00f6lkerung &nbsp;als Wende zum Besseren anerkannt wird. Das\nw\u00e4re dann auch das Ergebnis einer umfassenden Rezeption der Marxschen Kritik\nder politischen \u00d6konomie, die eine Vielzahl von Hinweisen gibt, wie die\nSchranken der Bewusstseinsentwicklung hin zu einer emanzipatorischen Politik\n\u00fcberwunden werden k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li><strong>&nbsp;Als Grundlage des Aufsatzes dienten:<\/strong><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Karl Marx, Kapital Band 1-3 <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Karl Marx, Die Deutsche Ideologie<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.I.Lenin, Gesammelte Werke<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Rosa Luxemburg, Gesammelte Werke<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bischoff u.a. Die Anatomie der\nb\u00fcrgerlichen Gesellschaft<\/strong>\n\n\n\n\n\n00000000000<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DAS EINFACHE, DAS SO SCHWER ZU MACHEN IST (1). Bertolt Brecht bezeichnet in seinem Werk \u201eDie Mutter. 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