{"id":1273,"date":"2020-02-23T09:15:17","date_gmt":"2020-02-23T08:15:17","guid":{"rendered":"https:\/\/linke-bw.de\/petersblog\/?p=1273"},"modified":"2020-02-23T11:13:24","modified_gmt":"2020-02-23T10:13:24","slug":"ddigitalisierung-im-kapitalismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/linke-bw.de\/petersblog\/2020\/02\/23\/ddigitalisierung-im-kapitalismus\/","title":{"rendered":"Digitalisierung im Kapitalismus"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; DIE DIGITALISIERUNG IM\nKAPITALISMUS (1).<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Im\nKapitalismus konnten bisher zwei Betriebsweisen unterschieden werden. Die erste\nBetriebsweise begann im 19.Jahrhundert und war dadurch gekennzeichnet, dass auf\nBasis der gro\u00dfen Industrie eine best\u00e4ndige Revolutionierung der\ntechnischen und organisatorischen Gestalt des Produktionsprozesses stattfand.\nSie l\u00f6ste damit die Manufakturperiode ab, die noch auf der engen\ntechnischen Basis des Handwerks fu\u00dfte. Die gro\u00dfe Industrie hatte durch eine\nindustrielle Maschinerie und gesteigerte Arbeitsteilung innerbetrieblich und\nau\u00dferbetrieblich eine \u00fcberlegene Produktivit\u00e4t entwickelt. Sie dr\u00e4ngte das\nHandwerk in seiner Bedeutung zur\u00fcck. Damit verbunden waren neue Transport -und\nKommunikationsmittel, die den Umkreis der engen Binnenwirtschaft \u00fcberschritten.\nAll diese \u00f6konomischen und technischen Umw\u00e4lzungen waren im 19.Jahrhundert mit\nFabrikgesetzgebungen (10-Std.-Tag), neuen Bildungseinrichtungen bis zu\nVer\u00e4nderung von Familienstrukturen verbunden, ein neuer\nGesellschaftsmechanismus, den Marx als neue gesellschaftliche Betriebsweise\nbezeichnete.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der\nVorreiter dieser Entwicklung war im 19.Jahrhundert Gro\u00dfbritannien. Bis zum\n1.Weltkrieg und besonders in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts war\nverst\u00e4rkt in den USA die industrielle Rationalisierung weitergetrieben worden.\nDiese neue Betriebsweise ging als zweite industrielle Betriebsweise unter dem\nNamen Fordismus in die Wirtschafts- und Sozialgeschichte ein. Sie war\ngekennzeichnet durch standardisierte Einzelteile in der Produktion, Antrieb\ndurch Elektromotoren und Etablierung der Flie\u00dfbandproduktion.&nbsp; Umgesetzt wurde die neue Betriebsweise zuerst\nin den Ford-Werken \u201eHighland Park\u201c und \u201eRiver Rouge\u201c in den 1920er Jahren. Der\nFordismus hatte als Hauptziel, alle Ma\u00dfnahmen zu ergreifen, die zur\nKostensenkung bei standardisierter Massenproduktion f\u00fchrten. Die Bedeutung der\nGewerkschaften und anderer Organisationen der Arbeiterbewegung nahm zu und es\nkonnte im Laufe des Jahrhunderts der Staat, nach langen und m\u00fchevollen\nKlassenk\u00e4mpfen, zum Sozialstaat mit Sozialversicherungen und gesteigerten Geld-\nund Realtransfers weiterentwickelt werden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mit der\nBezeichnung \u201eIndustrie 4.0\u201c und einer Digitalisierung und Entwicklung einer\nk\u00fcnstlichen Intelligenz deutet sich heute eine neue technische Revolution an.\nMit \u201eIndustrie 4.0\u201c ist die 4. industrielle Revolution gemeint, nach der\nMechanisierung (1.0), Elektrifizierung (2.0), Automatisierung (3.0) und nun\nVernetzung (4.0). Aus marxistischer Sicht ist zu fragen, ob gerade eine\numfassende \u00f6konomisch-soziale Ver\u00e4nderung, eine dritte industrielle\nBetriebsweise also, stattfindet. Es ist notwendig, eine genaue Einsch\u00e4tzung des\ndigitalen Kapitalismus vorzunehmen. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die\nGrundvoraussetzung der Digitalisierung vieler Lebensbereiche sind st\u00e4ndig\nerweiterte Datenverarbeitungskapazit\u00e4ten auf Basis der Mikroelektronik. Damit\nverbunden ist ein weltweites Datennetzwerk \u00fcber das Internet, das eine\nKommunikation und Interaktion zwischen Personen, Unternehmen und Institutionen\nnational und international erm\u00f6glicht. Die Durchf\u00fchrung der Aktionen erfolgt\n\u00fcber Plattformen verschiedenster Art, die eine Hierarchie aufweisen. Es gibt\nsogenannte Meta-Plattformen, die international etablierte Betriebssysteme und\ndarauf bezogenen Endger\u00e4te setzen. Diese Meta-Plattformen werden von\namerikanischen oder chinesischen Internetunternehmen betrieben, Alphabet\n(Google) und Apple (Microsoft) amerikanisch und Alibaba und Baidu chinesisch.\nDiesen Meta-Plattformen stehen eine Vielzahl von Anwenderplattformen gegen\u00fcber,\ndie den Zugang der Benutzer zu unterschiedlichen Aktionen erm\u00f6glichen. Solche\nAnwenderplattformen sind zum Beispiel Facebook, Amazon, Zalando und Paypal. Die\nMeta-Plattformen sind zu beschreiben als Eigent\u00fcmer einer Plattform und einer\nBetriebssoftware bei gleichzeitigem Angebot von bestimmten Endger\u00e4ten. Der\nRest, das hei\u00dft die Produktion der sonstigen Hardware mit Servern,\n\u00dcbertragungsnetzen etc. ist das Gesch\u00e4ft von bestimmten Unternehmen der\nmateriellen Produktion und die Netzbetreibung von\nTelekommunikationsunternehmen. Die Anwendungsplattformen sind demgegen\u00fcber\nhaupts\u00e4chlich als Vermieter, H\u00e4ndler, Finanzdienstleister und\nKommunikationsforen t\u00e4tig. Bei der Vermietung geht es um Gebrauchswerte, die\nzeitlich begrenzt bestimmten Nutzern \u00fcberlassen werden. Marxistisch gesehen\nhandelt es sich bei den vermieteten Sachen um die Form von zinstragendem\nKapital in Warenform, das bezahlte Entgelt ein Mietzins. Der Mietzins muss die\nVerwertung des Eigentumstitels und die Kosten f\u00fcr die Instandhaltung der\nMietsache f\u00fcr den Vermieter beinhalten. Im Gegensatz zur plattformgest\u00fctzten\nVermietung einer Sache, \u00fcbernimmt der Plattformbetreiber beim Handel in der\nRegel nicht das Eigentum an der Sache, sondern fungiert nur als vorgeschalteter\nMarktplatz. Er ist Vermittler und \u00fcbernimmt dabei auch verschiedene\nH\u00e4ndlerfunktionen.&nbsp; Als weitere Anwendungsbereiche\nder Plattform\u00f6konomie haben sich soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter,\nWhatsApp etc. herausgebildet, die den Nutzern erm\u00f6glichen, gehaltvolle\nMitteilungen oder vielfach Belangloses zu \u00fcbermitteln. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>In allen\naufgef\u00fchrten Bereichen, der Vermietung, dem Handel und der Kommunikation\ngelangt der Plattformbetreiber an pers\u00f6nliche Daten des Nutzers. Der\nPlattformbetreiber kann diese Daten sammeln und als Zusatzgesch\u00e4ft verwerten.\nDie Entwicklungsperspektive all dieser Dienstleistungen, sofern sie zu\nBezahldiensten werden, besteht in Zukunft darin, dass sie den\nPlattformbetreibern exorbitante Gewinne und hohe Marktkapitalisierungen\nerm\u00f6glichen. Manche Internetunternehmen weisen inzwischen sehr viel h\u00f6here B\u00f6rsenwerte\nauf als gro\u00dfe Unternehmen aus dem Bereich der materiellen Produktion.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schon\nMarx hatte festgestellt, dass im Rahmen der gesellschaftlichen Arbeitsteilung\nallgemeine Produktionsbedingungen m\u00f6glich sind, die nicht vom Staat sondern\nauch als privates Gesch\u00e4ft betrieben werden k\u00f6nnen. Das gilt auch in der\nheutigen digitalen Welt, in der Infrastrukturen wie zum Beispiel Server oder\n\u00dcbertragungsnetze von privaten Unternehmen erstellt werden. Damals wie heute\nwar die Voraussetzung, dass die Erstellung der Infrastrukturen einen\nausreichenden Profit abwerfen. Auf diese Weise ordnet sich die\nPlattform\u00f6konomie in die heutige gesellschaftliche Arbeitsteilung ein. Zuerst\nwaren Netzwerke Partnerschaften zwischen Unternehmen, die gemeinsame\nEntwicklungsprozesse organisierten. Die Plattform-Infrastrukturen werden\ninzwischen zum Tr\u00e4ger einer schnellen Entwicklung der gesellschaftlichen\nProduktivkr\u00e4fte. Zwar war die schnelle Entwicklung der Produktivkr\u00e4fte schon\nimmer ein Merkmal des Kapitalismus, jedoch erm\u00f6glichen die aus der\nMikroelektronik entspringenden Produktivkr\u00e4fte eine neue Qualit\u00e4t, weil nun die\nVernetzung selbstst\u00e4ndiger Kapitale national und international vorher\nbestehende Grenzen des Fordismus \u00fcberwindet. W\u00e4hrend fr\u00fcher die Konzerne\nMischkonzerne waren, die ganz unterschiedlichen Waren produzierten mit h\u00e4ufig\nnicht optimalen Kosten, werden heute durch die Aufspaltung von Betriebsteilen\nzu Profitcentern Marktbeziehungen zwischen ihnen etabliert. Das f\u00fchrt zu\nKostensenkungen und Kostenentlastungen des Gesamtunternehmens. Dadurch werden\nMittel f\u00fcr die Produktivkraftentwicklung frei und kann die Optimierung der\ngesellschaftlichen Arbeitsteilung weitergetrieben werden. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Diese\nneue Entwicklung w\u00e4re keine kapitalistische, wenn sie nicht durch Deformationen\n\u00fcberlagert w\u00fcrde, wodurch die positiven Produktivit\u00e4tseffekte vermindert oder\nm\u00f6glicherweise ganz aufgehoben w\u00fcrden. Wenn Marktakteure miteinander\nkonkurrieren, dann entstehen auch Abh\u00e4ngigkeitsverh\u00e4ltnisse. Das gilt bei\nVorlieferanten, die die Preise von ihren Abnehmern diktiert bekommen. Das gilt\ninsbesondere auch bei Internet-Plattformen, wenn eine Meta-Plattform ihre\nMarktmacht gegen\u00fcber Anwenderplattformen ausspielt. Auf diese Weise werden\nEntwicklungspotentiale der neuen Rationalisierung ausgeh\u00f6hlt. Trotz alledem\nschaffen Netzwerkstrukturen im Kapitalismus Kosteneinsparungen und\nVerbesserungen der Verwertung des Kapitals, weil vorhandene Produktionsmittel\nvon verschiedenen Kapitalen gemeinsam genutzt werden und dadurch der Fall der\ndurchschnittlichen Profitrate abgebremst werden kann.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\nDie Plattform\u00f6konomie als gemeinschaftliche Produktionsbedingung der\nKapitale wirkt zur\u00fcck auf die innerbetriebliche Arbeitsteilung. Die Ver\u00e4nderung\nder gesellschaftlichen Arbeitsteilung durch die Bildung von\nUnternehmensnetzwerken erm\u00f6glicht neue Formen der Automatisierung. Das betrifft\nsowohl die einfachen Arbeiten aber dar\u00fcber hinaus inzwischen auch dispositive\nT\u00e4tigkeiten. Die Steuerung von Einkauf, Lagerhaltung, Fertigung und Absatz wird\nweiter vervollkommnet. Auch produktionsbezogene Dienstleistungen und\nkomplizierte T\u00e4tigkeiten werden automatisierbar. Zudem dringt die Digitalisierung\nnoch weiter in die privaten Haushalte ein, zum Beispiel durch Telemedizin,\nautonom fahrende KFZ, Robotereinsatz bei Haushaltst\u00e4tigkeiten etc.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Es k\u00f6nnte\njetzt der Gedanke entstehen, die Digitalisierung, k\u00fcnstliche Intelligenz und\nAutomatisierung k\u00f6nnten so weit getrieben werden, dass gesellschaftliche Arbeit\n\u00fcberfl\u00fcssig werde. Dem ist entgegenzuhalten, dass ein noch so ausgekl\u00fcgelter\nAlgorithmus die Spezifik menschlicher Arbeit nicht zu ersetzen vermag. Sie\nbesteht nicht nur in der Wahrnehmung der Au\u00dfenwelt, sondern auch in der\nsch\u00f6pferischen Zwecksetzung und der geistigen Vorwegnahme ihrer Ergebnisse.\nMarx hatte zu seiner Zeit den Vergleich einer Biene mit einem Baumeister\ngew\u00e4hlt. Der Baumeister hat im Unterschied zur Biene das Resultat seiner\nT\u00e4tigkeit schon im Kopf bevor er es in die Tat umsetzt. Das gilt heute und in\nZukunft in Bezug auf kreative und allgemeine wissenschaftliche\nEntwicklungsarbeit. Die komplexe Arbeit hat in Zukunft trotz Automatisierung\neine wichtige wertsch\u00f6pfende Qualit\u00e4t.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bevor es jedoch\nzu einer weitgehenden Automatisierung der Arbeit kommt, sind die bereits heute zu\nregistrierenden Auswirkungen der Digitalisierung und k\u00fcnstlichen Intelligenz zu\nbetrachten.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>1.Durch\ndas Internet \u00fcber eine oder mehrere Plattformen vernetzte Arbeitsprozesse wird\ndie Entgrenzung der Arbeit bef\u00f6rdert, zum Beispiel bei Cloud- und Clickworkern.\nEs kommt zu Fragmentierungen der Belegschaften.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>2. Das\nHomeoffice spart herk\u00f6mmliche Arbeitspl\u00e4tze ein. Die dort Besch\u00e4ftigten\nverlieren den direkten Kontakt zu den KollegInnen. Wenn keine Regulierung ihrer\nArbeit stattfindet, besteht die Gefahr der Selbstausbeutung.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>3.Eine\nEntgrenzung der Arbeit muss zu einer erweiterten Mitbestimmung der\nBesch\u00e4ftigten f\u00fchren im Rahmen einer neuen Betriebs- und Unternehmensverfassung.\nHier liegt die Notwendigkeit, die Besch\u00e4ftigten am Produktivkapital zu\nbeteiligen, um die Regulierungen abzusichern.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>4.Die\nneue Netzwerk\u00f6konomie wird durch den Verwertungszwang des Kapitals\nbeeintr\u00e4chtigt und die Produktivkraftentwicklung sogar konterkariert. Es\nentsteht die Frage, welche Auswirkung auf die allgemeine durchschnittliche\nProfitrate dadurch gegeben ist und ob es wieder eine langfristige Phase der\nbeschleunigten Akkumulation des Kapitals geben kann?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Festzustellen\nist zuerst, dass es wie bei jeder Produktivkraftentwicklung im Kapitalismus\nauch bei der Netzwerk\u00f6konomie zur Einsparung von Arbeitskr\u00e4ften kommt und\nKostensenkungen erreicht werden sollen. Die gemeinschaftliche Nutzung von\nprivatkapitalistischen Infrastrukturen steigert die allgemeine Mehrwertrate,\nvermindert den Vorschuss beim fixen Kapital und senkt auch die Kosten der\nunproduktiven Lohnarbeiter des Kapitals in der Zirkulations-phase des Kapitals.\nAll das sind Gegenkr\u00e4fte gegen\u00fcber dem Fall der allgemeinen durchschnittlichen\nProfitrate. Die steigende Kapitalintensit\u00e4t der Arbeitspl\u00e4tze, das hei\u00dft, dass\npro Arbeitsplatz mehr Kapital aufzuwenden ist, bedeutet jedoch eine Verst\u00e4rkung\ndes tendenziellen Falls. Es zeigte sich allerdings inzwischen, dass das Drehen\nan der Verteilungsschraube zu Gunsten der Profite bestenfalls zur\nStabilisierung der Profitrate auf dem Niveau der Zeit des Fordismus gef\u00fchrt\nhat. Der Versuch, \u00fcber Kreditoperationen der Zentralbank abermals eine\nStabilisierung des Kapitalismus zu erreichen wird auf Dauer zu einer\nKernschmelze des Kredit- und Bankensystems f\u00fchren. Das gilt auch und gerade f\u00fcr\ndie US-Wirtschaft, die auch durch protektionistische Politik nicht zu stabilisieren\nsein wird. Die Weltwirtschaft befindet sich wieder an einem historischen\nKnotenpunkt: neue Produktivkr\u00e4fte, zum Beispiel im Rahmen der Digitalisierung,\nsind vorhanden, die kapitalistischen Produktionsverh\u00e4ltnisse hemmen jedoch\ndurch den Fall der Profitrate ihre weitere Entwicklung und damit auch die\nEtablierung einer neuen Betriebsweise. Es kommt hinzu, dass auch weltpolitisch\nweder die USA, noch China und die EU als hegemoniale Kr\u00e4fte eine den neuen\nProduktivkr\u00e4ften entsprechende Betriebsweise entwickeln k\u00f6nnen. Die\nHerausbildung einer neuen Betriebsweise wird nur m\u00f6glich sein, wenn die\nkapitalistischen Produktionsverh\u00e4ltnisse reguliert und auf Dauer ganz\nzur\u00fcckgedr\u00e4ngt werden. Das bedeutet, die Abh\u00e4ngigkeit der Akkumulation von der\nMaximierung der Profitrate zu vermindern und eine Steuerung des\nWirtschaftslebens durch eine gesellschaftliche Strukturpolitik und erweiterte\nMitbestimmung der Besch\u00e4ftigten durchzusetzen. Es ist die Einsicht zu\nverallgemeinern, dass sich die Trennung der Arbeitskr\u00e4fte von den\nProduktionsmitteln und der gesellschaftlichen Infrastrukturentwicklung \u00fcberlebt\nhat. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li><strong>Die Grundlage des Aufsatzes ist der\nText von J. Bischoff u.a.: Die Anatomie und Zukunft der b\u00fcrgerlichen\nGesellschaft, VSA-Verlag Hamburg 2018, S.127-150.<\/strong><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>\n\n\n\n\n\n\ufffd.r<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; DIE DIGITALISIERUNG IM KAPITALISMUS (1). Im Kapitalismus konnten bisher zwei Betriebsweisen unterschieden werden. Die erste Betriebsweise begann im 19.Jahrhundert und war dadurch gekennzeichnet, dass auf Basis der gro\u00dfen Industrie eine best\u00e4ndige Revolutionierung der technischen und organisatorischen Gestalt des Produktionsprozesses stattfand. 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