{"id":1305,"date":"2020-07-13T07:58:31","date_gmt":"2020-07-13T05:58:31","guid":{"rendered":"https:\/\/linke-bw.de\/petersblog\/?p=1305"},"modified":"2020-07-13T07:58:31","modified_gmt":"2020-07-13T05:58:31","slug":"wert-geld-und-kredit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/linke-bw.de\/petersblog\/2020\/07\/13\/wert-geld-und-kredit\/","title":{"rendered":"Wert Geld und Kredit"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>HISTORISCHE\nNACHZEICHUNG DES KAPITALISTISCHEN GELD-UND W\u00c4HRUNGSSYSTEMS AUF BASIS DER\nMARXSCHEN THEORIE (1).<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die\nkapitalistische Produktionsweise unterliegt permanenten Ver\u00e4nderungen und damit\nauch das kapitalistische Geld- und W\u00e4hrungssystem. Inzwischen ist allgemein\nanerkannt, dass staatliche Regulierungen des Geld-Kredit und Bankwesens\nunabdingbar f\u00fcr das Funktionieren des Gesamtsystems sind. Inzwischen hat sich\nsogar die Vorstellung entwickelt, dass die Instrumente der staatlichen Fiskal-\nund Geldpolitik so weit entwickelt seien, dass die gesellschaftlichen\nRessourcen weitgehend krisenfrei eingesetzt werden k\u00f6nnten, also \u00f6konomische\nKrisen im Kapitalismus zu vermeiden seien. Die Modern Monetary Theory (MMT)\nbeispielsweise geht davon aus, dass durch eine unbegrenzte Geldsch\u00f6pfung des\nFinanzsektors (Zentralbank und Banken) eine st\u00f6rungsfreie Reproduktion des Wirtschaftslebens\nm\u00f6glich sei. Dem muss aus Sicht der Marxschen Theorie vehement widersprochen\nund gezeigt werden, dass aufgrund einer fehlerhaften Geldbestimmung bis hin zu\nden zeitgen\u00f6ssischen Formen von Geld und W\u00e4hrung illusorische Vorstellungen\n\u00fcber die Entwicklungsf\u00e4higkeit der kapitalistischen Produktionsweise Platz\ngegriffen haben. Es w\u00e4re somit die Aufgabe von Marxisten, die Entwicklung des\nkapitalistischen Geld- und W\u00e4hrungssystems nachzuzeichnen und die Grenzen der\nstaatlichen Finanz- und Geldpolitik heute darzustellen. Dabei muss die\nVermittlung von der Geldware Gold \u00fcber das konvertible Repr\u00e4sentationsgeld mit\nGolddeckung zum inkonvertiblen Zentralbankgeld und Buchgeld von Zentralbank und\nBanken aufgezeigt werden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Fundamentalbestimmung\ndes Geldes ist die des allgemeinen \u00c4quivalents der Waren. Es bringt nach\nMarx den Wert der Waren zum Ausdruck. Dem liegt die doppelte Bestimmtheit der\nwarenproduzierenden Arbeit zugrunde. Sie ist einerseits konkret-n\u00fctzliche\nArbeit, das hei\u00dft, sie muss einen Gebrauchswert (Konsumtionsmittel oder\nProduktionsmittel) schaffen, der auch am Markt anerkannt wird. Andererseits ist\nsie gleichzeitig Teil der gesellschaftlichen Arbeit, die sich erst im Austausch\nals gesellschaftlich notwendig oder eben nicht als solche erweist. Es handelt\nsich um Privatarbeiten voneinander unabh\u00e4ngigen Produzenten. Diese\ngesellschaftliche Arbeit findet im Wert der Waren ihren Ausdruck, der\nallerdings nur im Verh\u00e4ltnis zu anderen Waren als Tauschwert erscheint. Der\nWert ist somit eine gesellschaftliche Eigenschaft der Ware, der in seiner\nentwickelten Form zur allgemeinen Wertform, also zum Geld, treibt. Diese\nGeldform entsteht dadurch, dass im historischen Verlauf eine bestimmte Ware mit\nSelbstwert als \u00c4quivalentware ausgeschlossen wird und gesellschaftliche\nG\u00fcltigkeit gewinnt. Sie verw\u00e4chst dabei mit edlen Metallen, wie Gold und\nSilber, und schlie\u00dflich mit dem Gold als dem wertvolleren Metall.&nbsp; Gold wird Geld, weil es, wie andere Waren\nauch, Teil der gesellschaftlichen Arbeit ist und einen eigenen Wert hat. Beide\nEigenschaften folgen mit Notwendigkeit aus der Wertbestimmung der Ware.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Die Eigenschaft des Goldgeldes als\nallgemeines \u00c4quivalent des Warenwertes ergibt sich sodann durch das Handeln der\nWarenbesitzer im Austauschprozess. Es ist allerdings ein Dilemma zu l\u00f6sen. Es\nist nicht gleichzeitig m\u00f6glich, dass f\u00fcr alle Warenbesitzer der Austausch zum\nindividuellen und gesellschaftlichen Prozess wird. Marx l\u00f6ste das Dilemma auf,\nindem er sagte, die Warenbesitzer h\u00e4tten gehandelt bevor sie gedacht h\u00e4tten.\nDas hei\u00dft, die Geldform entspringt aus unbewusst-bewusstem Handeln. Die\nGeldform entsteht einerseits historisch- naturw\u00fcchsig im Austauschprozess der\nWarenbesitzer und andererseits wiederholen sie den Prozess best\u00e4ndig auf\nbewusste Weise, indem sie mit dem fertigen Ergebnis t\u00e4glich umgehen. Dieses\nunbewusst-bewusste Verhalten ist \u00fcbrigens typisch f\u00fcr die Akteure im\nKapitalismus, indem sie den Gesamtzusammenhang nicht durchschauen und sich\ngleichzeitig bewusst zu den Ergebnissen, zum Beispiel Krisen, verhalten.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die erste\nfundamentale Geldfunktion besteht darin, dass es als Wertma\u00df fungiert,\nzuerst in Form des Goldgeldes. Sie verschafft den Waren ihren Preis, der Warenbesitzer\nnimmt die Preisbestimmung vor. Die urspr\u00fcngliche Ausdrucksform des Wertes im\nPreis war das Gold, das hei\u00dft, es konnte urspr\u00fcnglich nur etwas als Wertma\u00df\nfungieren, was selbst auf wertbildende Arbeit zur\u00fcckging und einen Selbstwert\nhatte. Nichts kann daher falscher sein, als wenn Geld nur noch als\nRecheneinheit definiert wird, Dass das Geld als Ma\u00dfstab der Preise gesetzlich\nreguliert wurde hat dann der Vorstellung Vorschub geleistet, der Staat sei der\nSch\u00f6pfer des Geldes. Diese Vorstellung erf\u00e4hrt heute eine Renaissance in der\nModern Monetary Theory (MMT), eine Vorstellung, die von Marx vehement\nkritisiert wurde. Geld wird von verschiedenen b\u00fcrgerlichen \u00d6konomen zu einem\nbewusst geschaffenen Instrument zur Erleichterung des Wirtschaftsverkehrs\nerkl\u00e4rt. Es ist dann nur noch ein kleiner Schritt um zu erkl\u00e4ren, dass der\nStaat einschlie\u00dflich der Zentralbank mit seiner Fiskal- und Geldpolitik den\nKapitalismus umfassend steuern k\u00f6nne.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Geld als\nGeldware Gold ist zwar eine fundamentale Bestimmung, es zeigte sich jedoch im\nhistorischen Verlauf, dass diese Geldware nach und nach durch verschiedene Repr\u00e4sentativgeldformen\nersetzt wurde. Es ist hier zwischen verschiedenen Geldformen zu unterscheiden.\nDie \u00f6konomische Grundlage f\u00fcr die Ersetzung des Goldgeldes durch M\u00fcnzen und\nWertzeichen, ist die Tatsache, dass das Geld in der Zirkulation W-G-W nur\nein \u201efl\u00fcchtiges Element\u201c darstellt und deshalb auch als Zeichen ersetzt werden\nkann. Es kann aus der metallischen Zirkulation als g\u00fcltiges Wertzeichen\n(Papiergeld) durch staatliche Ausgabe herauswachsen. Die quantitative Gr\u00f6\u00dfe des\nWertzeichens ist durch das nicht unterschreitbare Minimum des aktiv\nzirkulierenden Mediums gegeben. Der Wert eines jeden Papiergeldes ist durch\nseine Konvertibilit\u00e4t in Gold bestimmt. Damit ergibt sich als Gesetz der\nPapiergeldzirkulation, dass die Ausgabe auf die Quantit\u00e4t zu beschr\u00e4nken ist,\nworin das von ihm symbolisch dargestellte Gold wirklich zirkulieren m\u00fcsste.\nW\u00e4hrend beim Geld als Ma\u00df der Werte alles auf die Qualit\u00e4t des Geldmaterials\nankommt, ist es beim Geld als Ma\u00dfstab der Preise umgekehrt. Jetzt ist die\nQuantit\u00e4t der Wertzeichen entscheidend, weil damit die H\u00f6he der Preise und\ndamit die Kaufkraft des Geldes tangiert wird. Die M\u00f6glichkeit der Inkongruenz\nvon Gold und Papiergeld kann zur allgemeinen Steigerung der Warenpreise f\u00fchren.\nDas wiederum kann zu einer Hyperinflation f\u00fchren, was historisch zum Beispiel\nim Rahmen einer Kriegsfinanzierung oder einer tiefen \u00f6konomischen Krise\nvorgekommen ist bis in die heutige Zeit.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>W\u00e4hrend\nbeim Wertzeichen die \u201efl\u00fcchtige Existenz\u201c innerhalb der Warenmetamorphose W-G-W\ndie Ersetzung des Geldes mit Selbstwert (Gold) m\u00f6glich macht, ist es beim Kreditgeld\nals der anderen und vom Wertzeichen unterschiedenen Geldform die Bonit\u00e4t der\nausgebenden Stelle. Die naturw\u00fcchsige Grundlage des Kreditgeldes ist der\nHandelswechsel. Durch Diskontierung wurden historisch zuerst Privatbanknoten in\nUmlauf gebracht, sp\u00e4ter spielten dann aber auch Noten der Zentralbank eine\nwichtige Rolle. Zun\u00e4chst waren die Zentralbanknoten goldkonvertibles\nRepr\u00e4sentativgeld, sie mussten also auf Anforderung in Gold umgetauscht werden.\nZur Sicherung der Goldkonvertibilit\u00e4t der Banknoten bestanden anfangs\nspezifische Deckungsvorschriften f\u00fcr den Notenumlauf durch den Goldschatz der\nPrivatbanken und die W\u00e4hrungsreserve der Zentralbank. Das galt in allen\nkapitalistischen Metropolen. Diese Deckungsvorschriften sorgten damals f\u00fcr\nm\u00e4chtigen Diskussionsstoff insbesondere deshalb, weil davon die geldpolitischen\nM\u00f6glichkeiten der Zentralbank abhingen. Marx ging davon aus, dass die\nGeldzirkulation von ihrer Gesamtgr\u00f6\u00dfe als auch von ihrer Umlaufgeschwindigkeit\nher durch die Bedingungen der Warenproduktion und Kapitalakkumulation bestimmt\nwird. Banknoten waren sowohl Wertzeichen wegen ihrer Repr\u00e4sentanz des\nGoldschatzes als zentraler W\u00e4hrungsreserve als auch Kreditgeld, dessen Menge in\nder Zirkulation die nationale Goldreserve weit \u00fcberstieg. Gleichwohl ist ein\nvon Deckungsvorschriften befreiter Banknotenumlauf noch nicht die Form, die der\nreproduktiven Wertsch\u00f6pfung und Kapitalakkumulation entsprochen h\u00e4tte. Erst der\nVerzicht auf eine gesetzlich fixierte Konvertibilit\u00e4tsvorschrift der Banknoten\nund erst als ein inkonvertibles Repr\u00e4sentativgeld sind sie dem Charakter der\nkapitalistischen Produktionsweise ad\u00e4quat. Sie sind dann eine Symbiose aus\nWertzeichen und Kreditgeld, bei der zwei unterschiedliche Zirkulationsgesetze\nzu unterscheiden sind. Erstens die Wertzeichenzirkulation, die die zentrale\nW\u00e4hrungsreserve zur Grundlage hat und die sich mit dem Zahlungsbilanzsaldo\nver\u00e4ndert. Zweitens die Kreditgeldzirkulation die durch kurzfristige\nKreditgesch\u00e4fte von Zentralbank und Banken entsteht, bei der ein R\u00fcckfluss der\nausgegebenen Noten mit Ablauf des Kredits stattfindet.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Eine\nweitere Evolution des Geldwesens sind neben der Kredit- und Anlagefunktion der\nBanken ihre zinsunabh\u00e4ngigen Dienstleistungen, ihre Verrechnungen \u00fcber\nBuchgeld mit \u00dcberweisungen und Lastschriften. Ihre Denomination als Geld\nerhalten sie \u00fcber das Zentralbankgeld, das sie in die Welt setzen.\nZusammengefasst unterscheidet sich das das Geldsystem des 19.Jahrhunderts vom\nheutigen durch drei Punkte.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\n&nbsp;Erstens: An die Stelle von\nGoldm\u00fcnzen, konvertiblen Banknoten, inkonvertiblem Zentralbankgeld\n(Wertzeichen) und Handelswechseln sind inkonvertible Zentralbanknoten als\neinheitliche Umlaufmittel getreten, erg\u00e4nzt durch bedeutende\nBankdepositen.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Zweitens:\nEs hat eine Integration der verschiedenen nationalen Zirkulationskan\u00e4le\nstattgefunden. &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Drittens: Das Banksystem ist\nzweistufig. Die Zentralbank gibt Banknoten aus, verwaltet die W\u00e4hrungsreserven\nund ist die Clearingstelle im Zahlungsverkehr. Zentralbanken heute sind weniger\nweisungsabh\u00e4ngig. Banken fungieren entweder als Universalbanken oder als\nSpezialkreditbanken.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die\nEvolution der Umlaufsmittel vollzog sich immer im Zusammenspiel von\nbinnenwirtschaftlicher und internationaler Zirkulation. Zu Beginn des\nKapitalismus gab es noch den Bimetallismus von Gold und Silber. Schlie\u00dflich\nsetzte sich Gold als allgemeines \u00c4quivalent und Wertma\u00df national und\ninternational durch. Es vollzog sich Schritt f\u00fcr Schritt eine Idealisierung der\nGeldware Gold und eine weitgehende Immobilisierung der nationalen Goldreserven.\nDer Gro\u00dfteil der \u00f6konomischen Transaktionen wurde international schon fr\u00fcher\nnicht mit Gold, sondern mit Handelswechseln durchgef\u00fchrt. Die Wechselkurse zur\nZeit des Goldstandards waren Spiegelbilder des Repr\u00e4sentationsverh\u00e4ltnisses zum\nGold als Weltgeld. Erst mit der inkonvertiblen Notenzirkulation lockerte sich\ndas Verh\u00e4ltnis von Au\u00dfenwert und innerem Wert der W\u00e4hrungen und es entstanden\nmehr Spielr\u00e4ume f\u00fcr die nationale Geldpolitik. Inkonvertibles Geld in der\nBinnenzirkulation und Konvertibilit\u00e4t der W\u00e4hrungen im internationalen\nentsprach den Merkmalen des Bretton-Woods-Systems. Nur der US-Dollar\nbesa\u00df eine feste Parit\u00e4t zum Gold. Zwischen den beteiligten L\u00e4ndern bestanden\nfeste Wechselkurse, die allerdings durch politischen Beschluss ver\u00e4nderbar\nwaren. Seit Beginn der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts entstand die\nSpekulation gegen den Dollar und die Aufhebung der Einl\u00f6sungspflicht des\nDollars gegen Gold.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Damit\nwurde die weitl\u00e4ufige Beziehung des inkonvertiblen nationalen Geldes zur\nGeldware Gold noch einmal gelockert und der \u00dcbergang zu flexiblen\nWechselkursen vollzogen. Es blieb nur noch die gegenseitige\nDevisenkonvertibilit\u00e4t der wichtigsten W\u00e4hrungen. Die Wertma\u00dffunktion des\nnationalen Geldes war vollends auf die Geldpolitik der nationalen Zentralbanken\n\u00fcbergegangen und damit eine weitere Erh\u00f6hung des Spielraums der Nationalbanken\n(Lender of last resort). Doch das gilt jedoch nur f\u00fcr den kontinuierlichen\nVerlauf des Wirtschaftsprozesses. Im Zuge einer tiefen Wirtschaftskrise mit\neiner Zerst\u00f6rung der Zentralbankfunktion des \u201eLender of last resort\u201c k\u00f6nnte die\nGoldkonvertibilit\u00e4t des de jure inkonvertiblen Geldes wieder eingefordert\nwerden. Es ist dann bei einem krisenhaften Umschlag des Kredit-ins\nMonetarsystem von einer kaskadenartigen Steigerung auszugehen.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 1.Stufe: Entwertung der\nKaufkraft der nationalen Repr\u00e4sentativw\u00e4hrung mit einer galoppierenden\nInflation und ein Ausweichen auf eine stabile Alternativw\u00e4hrung.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\n2.Stufe: Bei Entwertung einer international bedeutenden W\u00e4hrung und\nInfragestellung der Funktion des \u201eLender of last resort\u201c entsteht die\nNotwendigkeit auf die hegemoniale W\u00e4hrung (z.B. US-Dollar) auszuweichen.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 3.Stufe: W\u00fcrde das nicht ausreichen\nund w\u00fcrde Geld mit Selbstwert gefragt, k\u00e4me das einem katastrophaler\nZusammenbruch des gesamten internationalen Geld- und W\u00e4hrungssystems gleich. Es\nw\u00fcrde keine Verschuldung mehr m\u00f6glich sein und die Nationen drohten in die\nBarbarei zu versinken. Die Alternative zu der Krisenkaskade w\u00e4re national ein\nschrittweiser \u00dcbergang in eine alternative Wirtschaftsordnung (Marktsozialismus)\nund international ein nichtnationales Weltgeld, eine Weltzentralbank und ein\nAbbau der internationalen \u00f6konomischen Ungleichgewichte.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die\nGeldmenge besteht heute aus dem Zentralbankgeld und den Bankdepositen. Sie sind\ngrundlegend durch den Umschlag des gesellschaftlichen Kapitals und den Kredit\nbestimmt. Die Bankdepositen sind an die Einlagen und die Kreditsch\u00f6pfung der\nBanken gebunden. Hier setzt die sogenannte \u201eGeldsch\u00f6pfung aus dem Nichts\u201c\nvon Joseph Schumpeter an und behauptet einen eigenst\u00e4ndigen Einfluss der\nGesch\u00e4ftsbanken auf die Geldmenge. Tats\u00e4chlich ist das\nKreditsch\u00f6pfungspotential der Banken auch jenseits der Vorgaben (Barreserve,\nMindestreserve, Regulierungen) keine konstante Gr\u00f6\u00dfe, sondern ist abh\u00e4ngig von\nden Phasen des industriellen Zyklus. In der Prosperit\u00e4t wirken kumulative\nEffekte und eine Umkehrung des Profit\/Einkommens und Investitionszyklus. Es\nentwickelt sich ein Kredit\/ Investitions- und Einkommensmechanismus. Der\nMonetarkeynesianismus macht sich diese Sichtweise als Normalfall zu eigen, weil\ner durch eine \u00fcberzogene Bewertung des Finanzsektors und eine Missachtung der\nWertsch\u00f6pfung durch produktive Arbeit charakterisiert ist. In dem\nMultiplikatorprozess der Prosperit\u00e4tsphase des Zyklus liegt jedoch die Gefahr, dass\ndie Banken die vorsichtige Gesch\u00e4ftspolitik ignorieren und risikoreiche\nFinanzierungen vornehmen. Damit ist aber Schluss, wenn die Prosperit\u00e4t durch\ndie Krise beendet wird und die Basisverh\u00e4ltnisse der Wertsch\u00f6pfung durch\nproduktive Arbeit sich kurzfristig im Zyklus aber auch auf lange Sicht wieder\ndurchsetzen. Damit kann auf Schumpeter zur\u00fcckgekommen werden, dessen\nVorstellung simpel erscheint. Als Engpass der kapitalistischen Produktion wird\nder Geldkapitalvorschuss bestimmt. Der kann beseitigt werden mit der\nunbegrenzten Geldsch\u00f6pfung des Banksystems. Die Geldsch\u00f6pfung trifft auf\ninnovative Unternehmer, die inneren Widerspr\u00fcche der kapitalistischen\nProduktionsweise werden in einer langen Konjunkturwelle (Kondratieff-Zyklus)\n\u00fcberwunden.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\nZur Kritik dieser Sichtweise aus marxistischer Sicht ist zwischen der\nZentralbankgeldsch\u00f6pfung und der Kreditsch\u00f6pfung der Banken zu unterscheiden.\nDie H\u00f6he der Reserven der Gesch\u00e4ftsbanken, die Zahlungsgewohnheiten der Kunden,\ndie Barabhebungsquote und die H\u00f6he der Depositen setzen die Grenze des\nKreditangebots der Banken. Keynes beispielsweise h\u00e4lt eine unbegrenzte\nGeldsch\u00f6pfung nur unter extremen Modellvoraussetzungen f\u00fcr denkbar. Es\nm\u00fcssten ein geschlossenes Banksystem, keine Auslandsbeziehungen, kein Bargeld\nnur unbare Zahlungen, keine Barreserven gegeben sein und die Banken m\u00fcssten\nsich im Gleichschritt bewegen. Keynes stellt jedoch fest, dass es keinen Zwang\nder Banken gebe, sich im Gleichschritt zu bewegen, das gelte auch f\u00fcr das\nBanksystem als Ganzes. Die Geldsch\u00f6pfung der Banken ist somit nachgeordnet\ngegen\u00fcber der Zentralbanksch\u00f6pfung, die Banken h\u00e4ngen an der Leine der\nZentralbank und der Kreditnachfrage der Nichtbanken. Aber auch die Zentralbank\nh\u00e4ngt an der Leine der Sch\u00f6pfung und Vernichtung der Wertzeichenzirkulation in\nAbh\u00e4ngigkeit von der Zahlungsbilanz, dem Wechselkurs und den Marktzinss\u00e4tzen.\nSteuerungsm\u00f6glichkeiten der Zentralbank sind nur dann gegeben, wenn eine\nunerw\u00fcnschte Wertzeichenzirkulation durch die Kreditpolitik sterilisiert werden\nmuss.&nbsp; Die autonome Kreditsch\u00f6pfung\nerscheint nur vom Standpunkt des Bankkapitals als solche, die Dynamik der\nKapitalakkumulation und die Wertsch\u00f6pfung des reproduktiven Kapitals bleiben\nbei dieser Sichtweise au\u00dfen vor. Eine zyklisch begrenzte Konstellation wird vom\nMonet\u00e4rkeynesianismus verallgemeinert. Insgesamt muss die Sichtweise des\nMonet\u00e4rkeynesianismus als oberfl\u00e4chlich kritisiert werden. Zusammenfassend\nk\u00f6nnen aus marxistischer Sicht noch einmal sechs Punkte festgehalten\nwerden.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\n1. Waren treten preisbestimmt in die Zirkulation ein. Das schlie\u00dft ein,\ndass die Einjustierung des Werts der Waren durch die Nachfrage induzierte\nVer\u00e4nderungen enth\u00e4lt.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;2. Der Umfang der\nzirkulierenden Waren an allen drei M\u00e4rkten (Waren, Arbeits- und Finanzmarkt) bestimmt\ndie Geldzirkulation. Das gilt f\u00fcr die Metallzirkulation, bei Ber\u00fccksichtigung\ndes Kredit- und Bankensektors und f\u00fcr die entwickelten Formen des Repr\u00e4sentativgeldes.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\n3. Die prim\u00e4re \u00f6konomische Grunddynamik kommt von der Produktion des\nMehrwerts und nicht von der Verwertung des Geldkapitals. Es bestehen allerdings\nR\u00fcckwirkungen.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;4.\nDer Finanzsektor ist ein abgeleiteter Sektor gegen\u00fcber dem Sektor des\nindustriellen und kommerziellen Kapitals. Diesem Abh\u00e4ngigkeitsverh\u00e4ltnis\nunterliegt der Unterschied von produktiver (mehrwertschaffender) und\nunproduktiver Arbeit.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\n5. Es besteht eine Tendenz der Verselbstst\u00e4ndigung des Finanzsektors als\nallgemeines Gesetz. Der Widerspruch der Mehrwertproduktion beherrscht die\nDynamik der Kapitalakkumulation. Langfristig wird die die beschleunigte Akkumulation\ndurch eine strukturelle \u00dcberakkumulation von Kapital abgel\u00f6st. 6. Der aktuelle\nFinanzmarktkapitalismus weist die bislang weitestgehende Verselbstst\u00e4ndigung\nder Finanzsph\u00e4re auf.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zum\nSchluss gilt es die Geldpolitik des quantitative Easing und die Modern\nMonetary Theory (MMT) als j\u00fcngste Variante der Geldpolitik noch einmal\nkritisch zu betrachten. Die EZB hat sich vor kurzem bereit erkl\u00e4rt, dem\nBankensystem notfalls unbegrenzt Liquidit\u00e4t bereitzustellen. Das galt vor der\nCorona-Krise und noch mehr im Laufe der Krise und danach. Eine expansive\nGeldpolitik hat jedoch Grenzen, die h\u00e4ufig \u201evergessen\u201c werden. Im\nProsperit\u00e4tszyklus schl\u00e4gt eine massive Geldsch\u00f6pfung in einen inflation\u00e4ren\nPreisanstieg um, wenn die zyklischen Kapazit\u00e4tsgrenzen erreicht und\n\u00fcberschritten werden. Im \u00dcberakkumulationszyklus, den wir seit Mitte der 70er\nJahre des letzten Jahrhunderts haben, st\u00f6\u00dft diese Geldpolitik auf\nverwertungsbedingte Grenzen der Kreditnachfrage von Unternehmen und auf\nEinkommensgrenzen der Haushalte. Die Konsequenz ist, dass dann massiv Gelder\nauf die Finanzm\u00e4rkte umgeleitet werden und Verm\u00f6genspreisblasen entstehen. Die\neigentliche Herausforderung f\u00fcr die Zentralbanken ist jedoch, ob sie durch ihre\nPolitik des \u201eQuantitative Easing\u201c Bankenzusammenbr\u00fcche, B\u00f6rsencrashs und\nStaatsfalliten vermeiden k\u00f6nnen. Die EZB ist fokussiert auf K\u00e4ufe von Staatsschuldpapieren,\nNiedrigzinsen und die Erweiterung von beleihungsf\u00e4higenWertpapieren.\nGeldtheoretisch gesehen, wird durch diese ultralockere Geldpolitik faktisch\nunter dem Titel von Kreditgeld Zentralbankgeld als zus\u00e4tzliches Wertzeichen\ngeschaffen. Der langfristigen Erh\u00f6hung der gesamtgesellschaftlichen\nZentralbankgeldmenge unterliegt unter \u00dcberakkumulationsbedingungen die\nProblematik, vor allem Preiseffekte f\u00fcr die verschiedenen Formen fiktiven\nKapitals ( Wertpapiere) zu erzeugen&nbsp; und\ndamit r\u00fcckwirkend Fehlentwicklungen zu provozieren. Bis zur Corona-Krise wurde\ndiese EZB-Politik durch eine gleichzeitige Austerit\u00e4tspolitik der \u00f6ffentlichen\nHaushalte konterkariert. Das hat sich mit dem tiefen Einbruch der Corona-Krise\nge\u00e4ndert, die \u00f6ffentliche Haushalte tragen nun richtigerweise zur massiven\nstaatlichen Verschuldung bei. Trotzdem kann diese Politik nach der Krise nicht\nad Infinitum weitergef\u00fchrt werden, zumal wenn \u00fcberakkumulative\nVerwertungsblockaden weiter bestehen. Der Zwang zum Schuldenabbau trifft fr\u00fcher\noder sp\u00e4ter alle Wirtschaftsbereiche. Die Frage ist nur, ob dieser Abbau auf\nsoziale Weise durchgef\u00fchrt wird oder ob er wieder die Schw\u00e4chsten der\nGesellschaft trifft. &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Auch nach der Corona-Krise steckt die\nGeldpolitik der EZB in einem Dilemma. Betreibt sie den Ausstieg aus dem\n\u201equantitativen Easing\u201c um die Spekulation an den Finanzm\u00e4rkten zu vermeiden,\nbef\u00f6rdert sie deflation\u00e4re Tendenzen an den Warenm\u00e4rkten. Setzt sie aber die\nultralockere Geldpolitik fort, dann bef\u00f6rdert sie die Inflation an den\nVerm\u00f6gensm\u00e4rkten und provoziert den Krach dieser M\u00e4rkte. Ein vor dem\nHintergrund des Handelskriegs zwischen den USA und China erfolgender\nZusammenbruch der internationalen Finanzm\u00e4rkte w\u00fcrde die Gefahr des Abgleitens\ndes Kapitalismus in die Barbarei bedeuten. Eine wirkliche Emanzipation von den\nProblemen ist nur durch eine schrittweise \u00dcberwindung der kapitalistischen\nProduktionsweise m\u00f6glich.&nbsp; Die Modern\nMonetary Theory (MMT) sieht das entspannter. Das kann sie nur, weil sie Geld\nnicht als naturw\u00fcchsig im Austauschprozess entstehendes \u00c4quivalent des Werts\nsieht und damit auch nicht auf die Analyse der gesellschaftlichen Arbeit\nzur\u00fcckgeht. Sie betrachtet Geld als ein durch den Staat geschaffenes und die\nZentralbank beliebig gesteuertes Transaktionsmedium. Es entsteht nach dieser\nAuffassung per Buchungssatz \u201eaus dem Nichts.\u201c F\u00fcr die MMT ist das \u201efiat Money\u201c\nvon jeglicher naturw\u00fcchsigen Wertma\u00dffunktion befreit und erh\u00e4lt seine Geldeigenschaft\naus dem Vertrauen der Bev\u00f6lkerung. Dahinter verbirgt sich ein klassischer\nZirkelschluss. Weil der Staat einen Annahmezwang des Zentralbankgeldes\ngesetzlich vorschreibt, k\u00f6nne er Geld \u201eaus dem Nichts\u201c schaffen und\ngew\u00e4hrleiste dadurch die Reichtumsproduktion und die Zahlung von Steuern. Er\nk\u00f6nne seine Ausgaben einfach t\u00e4tigen ohne R\u00fccksicht auf finanzielle Engp\u00e4sse.\nDie MMT krankt somit neben den Fundamentalfehlern bei der Geldbestimmung auch\nan den Weiterungen, die sich daraus ergeben. Es fehlen komplett der R\u00fcckbezug\nauf die Bedingungen der Kapitalverwertung und die Unterscheidung der\nlangfristig beschleunigten Akkumulation von ihrer Abl\u00f6sung durch die\nstrukturelle \u00dcberakkumulation. Sie kann nicht die Ver\u00e4nderung des\nZyklusmusters, das Ausbleiben kumulativer Prozesse, die Vertiefung und\nVerl\u00e4ngerung der Abschw\u00fcnge und den gr\u00f6\u00dferen Einfluss des Finanzsektors\nerkl\u00e4ren. Hinzu kommt die Ausblendung der Einbettung der Volkswirtschaften in\ndie internationale Konkurrenz.&nbsp; Jede\nInflationierung einer nationalen W\u00e4hrung, die das Ma\u00df anderer W\u00e4hrungen\n\u00fcberschreitet, f\u00fchrt zu Wechselkursver\u00e4nderungen, importierter Inflation und\ndestabilisierenden Kapitalbewegungen, Die Schuldenkrise vieler L\u00e4nder seit den\n80er Jahren spricht da eine deutliche Sprache.&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fazit<\/strong><strong>: Die MMT ist eine Vulg\u00e4r\u00f6konomie im\nMarxschen Sinne, das hei\u00dft, sie treibt sich in oberfl\u00e4chlichen\nErscheinungsformen herum. Sie ist f\u00fcr linke Politik nicht zielf\u00fchrend und\ndesavouiert eine finanziell ausgewiesene nachhaltige Ausweitung \u00f6ffentlicher\nInvestitionen und sozialer Transfers. Als Alternative zu den Vorschl\u00e4gen der\nMMT m\u00fcsste eine \u00f6ffentliche Strukturpolitik zusammen mit einer ausgewogenen\nFiskal- und Geldpolitik betrieben werden. Es bedarf neuer Steuerungsinstrumente\nim Rahmen einer transformatorischen nicht-kapitalistischen Wirtschafts- Geld-\nund Sozialpolitik. Eine solche Politik muss von der demokratischen Linken auf\nBasis eines nachvollzieh-baren Programms dargestellt und glaubw\u00fcrdig in der\n\u00d6ffentlichkeit vertreten werden, wenn auf absehbare Zeit die politischen\nKr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse ver\u00e4ndert&nbsp; werden\nsollen. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>(1)Der\nAufsatz fasst wesentliche Punkte eines Referates von Stephan Kr\u00fcger im Rahmen\neiner Tagung zur Arbeitswerttheorie am 23.11.19 an der Marx-Engels-Stiftung in\nStuttgart zusammen. Es hatte den Titel: Evolution des kapitalistischen Geld-\nund W\u00e4hrungssystems-Von den allgemeinen Bestimmungen des Geldes zu den\nentwickelten Formen von Geld, Kredit und fiktivem Kapital.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>HISTORISCHE NACHZEICHUNG DES KAPITALISTISCHEN GELD-UND W\u00c4HRUNGSSYSTEMS AUF BASIS DER MARXSCHEN THEORIE (1). 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