{"id":1314,"date":"2020-09-16T07:44:36","date_gmt":"2020-09-16T05:44:36","guid":{"rendered":"https:\/\/linke-bw.de\/petersblog\/?p=1314"},"modified":"2020-09-16T07:44:36","modified_gmt":"2020-09-16T05:44:36","slug":"inflation-und-corona","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/linke-bw.de\/petersblog\/2020\/09\/16\/inflation-und-corona\/","title":{"rendered":"Inflation und Corona"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>DR.PETER\nBEHNEN<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>DIE LINKE\nFREIBURG<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; MIT EINEM \u201eWUMMS\u201c\nIN DIE INFLATION?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die\nBundesregierung hat in der Corona-Krise mit 1,2 Billionen Euro das gr\u00f6\u00dfte\nHilfsprogramm in der Geschichte der Bundesrepublik aufgelegt. Nachdem die\nBundesregierung zuerst das Ziel verfolgte, Arbeitspl\u00e4tze zu erhalten, den\nFortbestand von Unternehmen zu sichern und krasse soziale Notlagen zu\nvermeiden, sollte es dann darum gehen, die bundesdeutsche Wirtschaft wieder auf\neinen Wachstumskurs zu bringen. Der Bundesfinanzminister Scholz wollte mit\neinem \u201eWumms\u201c die Krise \u00fcberwinden. Das aufgelegte Programm zielte sowohl auf\nNachfrage- und Konsumimpulse als auch gezielte F\u00f6rderung von\nZukunftsinvestitionen. \u201eOffen ist in zentralen Punkten, ob die beabsichtigten\nWirkungen erreicht werden k\u00f6nnen. Offen ist ebenfalls, wie der\nBundesfinanzminister einr\u00e4umt, die Gegenfinanzierung.\u201c (1) Klar war von Anfang\nan, dass die Schuldenbremse nicht eingehalten werden konnte, also ein\nNachtragshaushalt n\u00f6tig werden w\u00fcrde. Bemerkenswert war, wie schnell sich\netablierte PolitikerInnen von ihren Dogmen, zum Beispiel dem Dogma der\nschwarzen Null, verabschiedeten. Finanzminister Scholz kalkuliert f\u00fcr 2020 mit\neiner Rekordsumme von 218,5 Mrd. Euro an zus\u00e4tzlichen Schulden. \u201eStrittig ist\ndiese Politik, weil bef\u00fcrchtet wird, dass daraus langfristig das Potenzial f\u00fcr\nh\u00f6here Inflationsraten ansteigt.\u201c (2) Hier handelt es sich normalerweise um ein\nStandardargument der Neoklassik oder des Ordoliberalismus, doch auch bei\neinigen Marxisten wird eine Inflationsentwicklung bef\u00fcrchtet.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Conrad\nSchuhler schreibt in einem Aufsatz f\u00fcr das Institut f\u00fcr sozial\u00f6kologische\nWirtschaftsforschung ( ISW) im Juli 2020: \u201e Zwar ist die allgemeine Inflation\nvon G\u00fctern und Diensten im Korridor von 1% bis 2% (und tiefer)&nbsp; verlaufen, doch sind die Preise der\nVerm\u00f6gensg\u00fcter betr\u00e4chtlich gestiegen. Im letzten Jahrzehnt brachte es die\nGesamtwirtschaft auf ein Wachstum nahe bei Null -langfristig Stagnation- doch\nschafften die Verm\u00f6genswerte ein Vielfaches davon.\u201c (3) Schuhler pl\u00e4diert\ndemgegen\u00fcber f\u00fcr eine Politik, die die kaufkr\u00e4ftige Nachfrage der Konsumenten\nst\u00e4rkt. Abzulehnen sei die im Corona-Hilfsprogramm vorgenommene Senkung der\nMehrwertsteuer. Sie sei unwirksam, auch weil letztlich die Unternehmen\nentschieden, wer in den Genuss der Steuersenkung komme. Schuhler stellt f\u00fcr das\nHilfsprogramm von 130 Mrd. Euro ein Missverh\u00e4ltnis \u201evon zugeschossener\nGeldmenge (gesunkener Steuer) und zus\u00e4tzlichem Produkt (fest P.B.) &#8211; die\nklassische Inflationsursache.\u201c (4) Sein Fazit lautet: \u201eEnorme Erh\u00f6hung der\nGeldausgaben; erster Nutznie\u00dfer sind die Unternehmen; der Ausbau an G\u00fctern und\nDiensten ist relativ bescheiden, die Inflationsgefahr damit hoch.\u201c (5) Schuhler\nwendet sich vor allem gegen die Art der Finanzierung des Hilfsprogramms der\nBundesregierung, er zweifelt vor allem an der \u00c4quivalenz von Geldmenge und dem\nOutput an G\u00fctern und Diensten. Statt der Geldsch\u00f6pfung durch Staatskredite\npl\u00e4diert er f\u00fcr die Transformation der Wirtschaft durch Besteuerung hoher\nVerm\u00f6gen und einen Lastenausgleich zu Gunsten der B\u00fcrgerInnen mit geringem oder\nfehlendem Verm\u00f6gen. In der letzten Instanz m\u00fcsse es darum gehen, den\nKapitalismus abzul\u00f6sen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Michael\nWendl formuliert in einem Aufsatz beim ISW eine Kritik an der Sichtweise Conrad\nSchuhlers. Es geht ihm um die Frage: Inflation oder Deflation? \u201eDie Vorstellung,\nauf der diese Inflationsangst basiert, ist einfach. Sowohl die expansive\nGeldpolitik der Zentralbanken wie die gro\u00df dimensionierten Ausgabenprogramme\nder Regierung fluten die M\u00e4rkte mit zus\u00e4tzlichem Geld. Damit \u00fcbersteige die\nzahlungsf\u00e4hige Nachfrage das Angebot an G\u00fctern und Dienstleistungen und f\u00fchre\ndadurch zu enormen Preissteigerungen.\u201c (6) Nach Wendl st\u00fctzt sich Schuhlers\nSpekulation auf die sogenannte Quantit\u00e4tstheorie des Geldes. Das bedeutet, die\nsteigende Geldmenge f\u00fchre aus dieser Sicht zu steigenden Preisen und nicht zu\nsteigenden Mengen. Geld werde als neutral eingesch\u00e4tzt und habe keine\nAuswirkung auf den realen Sektor. Auch die Geldsch\u00f6pfung durch die\nZentralbanken f\u00fchre nur zum Anstieg des Preisniveaus. Wendl sieht das\nallerdings grunds\u00e4tzlich anders. \u201eDie Annahmen, dass es zwangsl\u00e4ufig zu einer\nInflation, manche sprechen sogar von einer Hyperinflation, kommen muss, sind\ndurch eine nicht zutreffende Sicht auf die Verfahren der Kredit- und\nGeldsch\u00f6pfung durch das zweistufige Bankensystem gekennzeichnet.\u201c (7) Wendl ist\nder Auffassung, die Banken seien auf Einlagen der Sparer nicht angewiesen, weil\nsie sich durch Kreditvergabe die Einlagen selbst schafften. \u00dcber die Konten bei\nder Zentralbank wickelten die Gesch\u00e4ftsbanken ihre gesamten Transaktionen ab.\nEine Inflation k\u00f6nne nur entstehen, wenn die Nachfrage nach G\u00fctern und\nDienstleistungen das Angebot \u00fcbersteige und die Produktion nicht elastisch\nreagiere. \u201eGeld entsteht daher endogen durch die Nachfrage nach Krediten. Nur\nwenn mehr Kredite nachgefragt werden, erh\u00f6ht sich die Geldmenge. Dann wird mehr\ninvestiert und konsumiert. Damit erh\u00f6ht sich aber auch das\nProduktionspotential.\u201c (8)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wendl\nkommt zu folgendem Schluss: \u201eInsofern gehen von der aktuellen zus\u00e4tzlichen\nStaatsverschuldung keine inflation\u00e4ren Impulse aus.\u201c (9)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dass auch\ntraditionelle marxistische Analysen eine expansive Geldpolitik mit der Gefahr\neiner Inflation verkn\u00fcpfen, sieht Michael Wendl in der Vernachl\u00e4ssigung der\nRolle von Geld und Kredit durch die meisten Marxisten. Wendl schlie\u00dft sich in\nder Frage der Geldsch\u00f6pfung von Banken dem b\u00fcrgerlichen \u00d6konomen Joseph\nSchumpeter an, bei dem die Geldsch\u00f6pfung quasi aus dem Nichts erfolgt, das\nhei\u00dft, durch Staat und Banken. Insoweit ist Wendl bei der modernen Geldtheorie\n(MMT) gelandet.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dieser\ntheoretischen Position widerspricht Stephan Kr\u00fcger. Ob Wendl ihn dem\ntraditionellen Marxismus zuordnet, muss dahin gestellt bleiben. Stephan Kr\u00fcger\nzeigt, dass gerade von marxistischer Seite eine aktuelle und nachvollziehbare\nAbleitung des kapitalistischen Geld- und Kreditsystems erfolgen muss und\nbewerkstelligt werden kann (10).&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\n&nbsp;Kr\u00fcger beginnt seine\nNachzeichnung der Evolution des kapitalistischen Geld- und Kreditsystems mit\nder Warenzirkulation und der Geldware mit Selbstwert als Grundlage. Die\nGeldware Gold bildet dabei den Ausgangspunkt. Inzwischen habe bis heute eine\nfortschreitende Idealisierung der Geldware Gold im nationalen und\ninternationalen Rahmen stattgefunden. Es sei allerdings daran festzuhalten, was\nMarx im \u201eKapital\u201c (Bd.3) formuliert habe. Es d\u00fcrfe \u201enie vergessen werden, dass\ndas Geld- in der Form der edlen Metalle-die Unterlage bleibt, wovon das\nKreditwesen von der Natur der Sache nach nie loskommen kann.\u201c (11) Kr\u00fcger will\nauf dieser Basis die zeitgen\u00f6ssischen Formen des Geldes und Kredits\nerschlie\u00dfen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Er stellt\ndie nach wie vor g\u00fcltigen Beziehungen und Strukturen der kapitalistischen\nProduktionsweise folgenderma\u00dfen dar:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>1.Die\nWaren treten preisbestimmt in die Zirkulation ein. Das hei\u00dft auch, dass der\nWert der Waren nachfrageinduzierte Ver\u00e4nderungen erh\u00e4lt.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>2. Der\nUmfang der zirkulierenden Waren bestimmt die Geldzirkulation. Die\nQuantit\u00e4tstheorie des Geldes richtig dargestellt beinhaltet einen r\u00fcckwirkenden\nmonet\u00e4ren Einfluss des Geldsystems auf die Warenpreise. Die Verkehrsgleichung\ndes Geldes ist zu modifizieren. Das hei\u00dft, die gesamtwirtschaftliche Preissumme\nbestimmt die Geldmenge. Soweit die Geldmenge in der Form von Wertzeichen zirkuliert,\nbesteht eine monet\u00e4r induzierte R\u00fcckwirkung auf die Preise. (12)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>3. Die\nKapitalakkumulation erh\u00e4lt ihre Dynamik aus der Mehrwertproduktion und ihren\nGesetzm\u00e4\u00dfigkeiten und nicht aus der Verwertung des Geldkapitals. Es besteht\nallerdings eine Wechselwirkung ungleicher Kr\u00e4fte.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>4. Der\nFinanzsektor ist ein abgeleiteter Sektor gegen\u00fcber der reproduktiven Basis des\nindustriellen und kommerziellen Kapitals.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>5. Die\nlangfristigen Verselbst\u00e4ndigungstendenzen des Finanzsektors werden bestimmt\ndurch den immanenten Widerspruch der kapitalistischen Mehrwertproduktion (Rate\nund Masse des Mehrwerts). Die beschleunigte Kaptalakkumulation wird abgel\u00f6st\ndurch die strukturelle \u00dcberakkumulation.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>6. Der\naktuelle Finanzmarktkapitalismus ist die bisher weitestgehende Verselbst\u00e4ndigung.\nEs wird versucht, die Wertsch\u00f6pfung durch Verschuldung zu stabilisieren.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die auf\ndie forcierte Geldsch\u00f6pfung angelegte Geldpolitik der Europ\u00e4ischen Zentralbank\n(EZB) schl\u00e4gt im Prosperit\u00e4tszyklus nach dem 2.Weltkrieg in inflation\u00e4re\nProzesse um, wenn die Kapazit\u00e4tsgrenzen der Unternehmen erreicht sind. Im\n\u00dcberakkumulationszyklus seit der Mitte der 70er Jahre kommt es zu\nverwertungsbedingten Grenzen der Kreditnachfrage der Unternehmen und zu\nEinkommensgrenzen der Haushalte. Daraus folgt eine Umleitung der Kapitalstr\u00f6me\nauf die Finanzm\u00e4rkte und die Bildung von Verm\u00f6genspreisblasen. Diese\nEntwicklung ist nicht zu beenden, wenn die Verwertungsblockaden der\nstrukturellen \u00dcberakkumulation nicht aufgel\u00f6st werden. Die Entwicklung des\nKapitalismus st\u00f6\u00dft an seine Systemgrenze.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Frage\nist, wie sich die Geldpolitik der Flutung der Finanzm\u00e4rkte durch den Ankauf von\nWertpapieren (Staatspapieren) durch die Zentralbanken (Quantitative Easing)\nlangfristig auswirkt. Es entsteht unter \u00dcberakkumulationsbedingungen das\nProblem, dass weniger reproduktive Mengeneffekte als vielmehr Preiseffekte im\nVerm\u00f6genssektor mit negativen R\u00fcckwirkungen auf den reproduktiven Sektor\nerzeugt werden. Die expansive Geldpolitik wurde vor der Corona-Zeit\nkonterkariert durch die Austerit\u00e4tspolitik und Schuldenbremsen der Eurostaaten.\nNun aber wird nach Corona auf lange Sicht die Verschuldungspolitik nicht endlos\nweitergef\u00fchrt werden k\u00f6nnen, insbesondere dann, wenn die Verwertungsblockaden\ndie Wertsch\u00f6pfung hemmen. Die Zentralbanken stecken in einem Dilemma:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201everlangsamte\nproduktive Kapitalakkumulation mit latenter Deflationsgefahr an den\nWarenm\u00e4rkten und zugleich eine Inflation der Wertpapierkurse mit Gefahr des\nPlatzens der Verm\u00f6genspreisblasen.\u201c (13)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die\nZentralbanken k\u00f6nnen durch das Aussteigen aus dem quantitative Easing die\nDeflation an den Warenm\u00e4rkten verst\u00e4rken oder bei Fortsetzung der lockeren\nGeldpolitik einen Krach an den Finanzm\u00e4rkten riskieren. Stephan Kr\u00fcger sieht\ndie Gefahr eines Umschlages des Kapitalismus in die Barbarei, insbesondere bei\nentsprechenden weltpolitischen Konstellationen. Die wirkliche L\u00f6sung der\nProbleme k\u00f6nne nur darin bestehen, die Bedeutung der Profitrate zu relativieren,\nden Kapitalcharakter des zinstragenden Kapitals zu \u00fcberwinden und Schritt f\u00fcr\nSchritt eine sozialistische Marktwirtschaft zu schaffen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Conrad\nSchuhler kommt zwar auch zu der Schlussfolgerung, dass der Kapitalismus zu\nbeenden sei, aber von einer theoretisch einwandfreien und logisch\nnachvollziehbaren Darlegung der heutigen Probleme kann bei ihm nicht die Rede\nsein. Nur dadurch ist sein Festhalten an der naiven Quantit\u00e4tstheorie des\nGeldes und seine Inflationsbeschw\u00f6rung zu erkl\u00e4ren. Es ist Michael Wendl zwar zuzustimmen,\ndass die Heranziehung der naiven Quantit\u00e4tstheorie des Geldes nicht weiterf\u00fchrt,\naber auch er findet keinen Weg, die Quantit\u00e4tstheorie des Geldes so zu\nmodifizieren, dass sie einen Beitrag zur Erkl\u00e4rung der Geldmengenentwicklung\nund Preisentwicklung leisten kann. Wendl unterl\u00e4sst es, den Weg \u00fcber die Zirkulation\nvon Waren und der Idealisierung der Geldware mit Selbstwert nachzuvollziehen\nund beginnt gleich mit der entwickelten Ebene des Kreditsystems. F\u00fcr ihn\nentsteht Geld endogen durch Kredite, die zur Steigerung des Konsums und der\nProduktion f\u00fchren mit dem Ergebnis, dass durch die zus\u00e4tzliche\nStaatsverschuldung kein Inflationsrisiko ableitbar sei. Er landet dabei bei der\nmodernen Geldtheorie (MMT), die in der Linken zunehmend Anklang findet. Auch\nsie weist einen Fundamentalfehler bei der Bestimmung des Geldes auf, es fehlt\nein R\u00fcckbezug auf die Bedingungen der Kapitalverwertung und es fehlt die\nUnterscheidung von beschleunigter Kapitalakkumulation und struktureller\n\u00dcberakkumulation. Hinzu kommt die Ausblendung der Einbettung einer\nVolkswirtschaft in die internationale Konkurrenz.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Insgesamt\ngesehen kann weder bei Schuhler noch bei Wendl von einer Darstellung und\nErkl\u00e4rung der Probleme des zeitgen\u00f6ssischen Kapitalismus gesprochen werden, die\ndie Linke vor weiteren \u00f6konomischen und politischen Irrwegen bewahren w\u00fcrde.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>(1)\nSozialismus aktuell vom 4.6.20<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>(2)\nSozialismus aktuell vom 24.8.20<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>(3)\nConrad Schuhler: Das Problem der schuldenfinanzierten Konjunktur:&nbsp; die Umwandlung des Finanz-in Realkapital; ISW\nvom 6.7.20<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>(4)\nConrad Schuhler a.a.O.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>(5)\nConrad Schuhler a.a.O.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>(6)\nMichael Wendl, Inflation oder Deflation? ISW vom 6.7.20<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>(7)\nMichael Wendl a.a.O.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>(8)\nMichael Wendl a.a.O.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>(9)\nMichael Wendl a.a.O.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>10) Der\nfolgende Teil des Aufsatzes fasst ein Referat von Stephan Kr\u00fcger zusammen:\nMarx\/Engels Stiftung Stuttgart vom 23.11.19&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Titel: Evolution des kapitalistischen Geld und\nW\u00e4hrungssystems-von den allgemeinen Bestimmungen des Geldes zu den entwickelten\nFormen von Geld, Kredit und fiktivem Kapital.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>11) MEW\n25 S.620<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>12) Siehe\nauch: Zeitschrift marxistische Erneuerung Nr.104 S.87-99<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>13)\nStephan Kr\u00fcger a.a.O&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DR.PETER BEHNEN DIE LINKE FREIBURG &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; MIT EINEM \u201eWUMMS\u201c IN DIE INFLATION? 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