Ist das Angebot an gluten- und laktosefreien Mittagsmahlzeiten in Kitas, Schülerhorten und Schulen in Karlsruhe ausreichend?

11. November 2015  Allgemein, Presseecho, Pressemitteilung

 

Das will die LINKE von der Stadtverwaltung mittels einer Anfrage wissen. Unverträglichkeiten von Laktose und/oder Gluten belasten Kinder und Jugendliche besonders schwer. Nur konsequente Diät kann schwere Folgeerkrankungen verhindern. Wo diese Diät nicht angeboten wird, sind betroffene Kinder und Jugendliche schwer beeinträchtigt und benachteiligt; und für die Eltern bedeutet es viel Stress, ist die LINKE überzeugt.

Stadträtin Zürn und Stadtrat Niko Fostiropoulos fragen deshalb u.a. in welchen Einrichtungen Gluten- und Laktose freies Mittagessen angeboten wird und wo nicht, ob die Caterer stets ihrer Kennzeichnungspflicht (Inhaltsstoffe und Allergene) nachkommen und wie die Stadt Eltern von Kita-Kindern und Schüler/innen, die an Gluten- und/oder Laktose-Unverträglichkeit leiden, im Hinblick auf die Mittagsmahlzeiten berät. Schätzungen zufolge leiden 15 Prozent der Bevölkerung in Deutschland an Laktoseintoleranz und 0,5 bis 1 Prozent an Gluten-Unverträglichkeiten.

 

Im Folgenden die Anfrage im Wortlaut:

 

Thema:

Gluten- und laktosefreie Mahlzeiten in Kitas, Schülerhorten und Schulen in Karlsruhe

 

 

Anfrage

 

  1. Trifft es zu, dass es derzeit keine Möglichkeit gibt in Schülerhorten in Karlsruhe gluten- und laktosefreie Mahlzeiten anzubieten?

 

  1. Ist sich die Stadt Karlsruhe bewusst, bzw. hat die Stadt Kenntnisse, dass es sich bei Unverträglichkeiten von Gluten und/oder Laktose um Krankheitsbilder handelt, die

 

a)    in der Bevölkerung weit verbreitet sind

 

b)    oft lebenslang bestehen bleiben und, wenn nicht mit entsprechender Diät usw. gegengesteuert wird, zu schwersten Folgekrankheiten wie Diabetes und Darmkrebs führen können?

 

  1. Kann die Stadt die Auffassung teilen, dass ein fehlendes Angebot an geeigneten Mahlzeiten für Kinder mit den oben genannten Krankheitsbildern in Kitas, Schülerhorten und Schulen eine Diskriminierung darstellt, die dem Inklusionsgedanken entgegen steht?

 

Wenn nein warum nicht?

 

  1. Trifft folgendes zu: In Schülerhorten in Karlsruhe müssen Eltern jahrelang das dortige Mittagessen mit bezahlen, auch wenn dieses Mittagessen grundsätzlich nicht wahrgenommen werden kann – weil das betreffende Kind an einer Unverträglichkeit von Gluten und/oder Laktose leidet?

 

  1. Trifft es zu, dass die Stadt Karlsruhe gegenüber Eltern dahingehend argumentiert, dagegen ließe sich nichts machen, weil der Gemeinderat für Schülerhorte ein pauschales Nutzungsgeld beschlossen hat, welches sowohl Betreuung als auch Verpflegung abdeckt?

 

  1. Sollte es nicht stattdessen Aufgabe der Stadtverwaltung sein, den Gemeinderat auf diesen Sachverhalt hinzuweisen und für Kinder, die aus Krankheitsgründen das Mittagessen grundsätzlich nicht wahrnehmen können (z. B. wegen Gluten- und/oder Laktose-Unverträglichkeiten), eine entsprechend flexible, eltern- und kinderfreundliche Regelung zu erarbeiten und diese dann dem Gemeinderat vorzulegen?

 

Wenn nein: warum nicht?

 

  1. In wie weit kommen in Karlsruhe Caterer für Mittagessen an Kitas, Schülerhorten und Schulen ihrer Kennzeichnungspflicht nach (Inhaltsstoffe bzw. Allergene in den Mahlzeiten):

 

a)    An wie vielen Ausgabestellen (Kitas, Schülerhorte, Schulen) liegen diese Kennzeichnungen vor?

 

b)    An wie vielen Ausgabestellen (s.o.) liegen sie nicht vor?

 

 

  1. Trifft es zu, dass es für Eltern derzeit oft nicht möglich ist, eine vorzeitige Information (via Internet oder mail) über den Speiseplan in Schülerhorten zu erhalten, z. B. um sich über mögliche Unverträglichkeiten seitens ihrer Kinder rechtzeitig zu informieren?

 

a)    Sieht die Stadt eine Notwendigkeit, hier mehr Flexibilität und Entgegenkommen von Caterern zu verlangen und wird sie entsprechend tätig werden?

 

Wenn nein: warum nicht?

 

 

  1. Trifft es zu, dass auch in Kitas und Schulen in Karlsruhe keine gluten-und laktosefreien Mahlzeiten angeboten werden?

 

Wenn nein: wo wird angeboten, wo nicht?

 

  1. Ist die Stadtverwaltung bereit, Konzepte zu erarbeiten, wie laktose- und glutenfreie Mahlzeiten bedarfsgerecht in Kitas, Schülerhorten und Schulen in Karlsruhe angeboten werden können?

 

Wenn nein, warum nicht?

 

  1. Wie unterstützt bzw. berät die Stadtverwaltung Eltern von Kindern mit Laktose- und/oder Gluten-Unverträglichkeiten in Kitas, Schülerhorten, Schulen in Karlsruhe?

 

 

 

Sachverhalt / Begründung:

 

 

Gluten- oder Laktose-Unverträglichkeit (oft kombiniert) ist eine schwere gesundheitliche Einschränkung, die, wenn sie nicht richtig behandelt wird, zu schweren Folgeerkrankungen wie Diabetes und Darmkrebs führen kann. Die wichtigste Gegenmaßnahme ist, Lebensmittel mit diesen Inhaltsstoffen zu meiden. Kinder und Jugendliche, die an diesen Unverträglichkeiten leiden, brauchen in Kitas, Schülerhorten und Schulen ein bedarfsgerechtes Angebot an gluten- und laktosefreien Mahlzeiten. Erst recht insofern Kitas und Schulen immer mehr zu Ganztageseinrichtungen werden. Für dieses Ziel sind Konzepte zu erarbeiten. Ein „Geht nicht“ halten wir für unangemessen, es wäre eine Option der Diskriminierung der mit diesen Krankheiten geschlagenen Kinder und Jugendlichen sowie ihrer Eltern.

 

 

Unterzeichnet von:

 

Sabine Zürn                                                                                               Niko Fostiropoulos

 

MEDIENECHO

 

BNN – 19.11.15

 

Was steckt im Kita-Mittagessen?

Linke im Gemeinderat macht sich für Mahlzeiten ohne Laktose und Gluten stark

 

BNN – Reicht das Angebot an gluten- und laktosefreien Mahlzeiten in Karlsruhes Kindertagesstätten, Horten und Schulen aus? Das will die Linke Gemeinderatsfraktion per Anfrage von der Stadtverwaltung wissen. Die Linke-Stadträte wollen erfahren, ob es derzeit eine Möglichkeit gebe, in Schülerhorten in Karlsruhe gluten- und laktosefreie Mahlzeiten anzubieten, in welchen Einrichtungen von Gluten und Laktose freies Mittagessen angeboten wird und ob die Caterer ihrer Kennzeichnungspflicht bei Inhaltsstoffen und Allergenen nachkommen.

Unverträglichkeiten von Laktose oder Gluten belasteten Kinder und Jugendliche besonders schwer. Nur konsequente Diät könne schwere Folgeerkrankungen verhindern, so die Antragsteller. Wo diese Diät nicht angeboten werde, seien betroffene Kinder und Jugendliche schwer beeinträchtigt und benachteiligt. Für Eltern bedeute das Fehlen eines diät-gerechten Angebotes viel Stress, so die Stadträtin Sabine Zürn und der Stadtrat Niko Fostiropoulos. Die Krankheitsbilder seien weit verbreitet, blieben oft lebenslang bestehen und könnten, wenn nicht mit entsprechender Diät gegengesteuert werde zu schwersten Folgeerkrankungen wie Diabetes und Darmkrebs führen. Die Stadträte berufen sich dabei auf Schätzungen, denen zufolge 15 Prozent der Bevölkerung in Deutschland an Laktoseintoleranz und 0,5 bis 1 Prozent an Gluten-Unverträglichkeit leiden. Ein fehlendes Angebot an geeigneten Mahlzeiten für betroffene Kinder in Kitas, Schülerhorten und Schulen stelle eine Diskriminierung dar, die dem Inklusionsgedanken entgegensteht, monieren die Linken-Stadträte. In Schülerhorten in Karlsruhe hätten Eltern, so ein weiterer Kritikpunkt, womöglich jahrelang Mittagessen bezahlt, obwohl dieses grundsätzlich nicht eingenommen werden könne, weil das betreffende Kind an einer Unverträglichkeit von Gluten oder Laktose leide. Nicht stichhaltig sei das Argument der Stadt gegenüber Eltern, der Gemeinderat habe für Schülerhorte ein pauschales Nutzungsentgelt sowohl für Betreuung als auch für Verpflegung beschlossen.

Zürn und Fostiropoulos fordern die Stadtverwaltung auf für Kinder, die aus Krankheitsgründen grundsätzlich kein Mittagessen wahrnehmen können eine „flexible eltern- und kinderfreundliche Regelung“ zu erarbeiten. Für Eltern sei des derzeit, so die Linke, zudem oft nicht möglich eine vorzeitige Information via Internet oder E-Mail über den Speiseplan zu erhalten, um sich z. B. wegen Unverträglichkeiten ihrer Kinder zu informieren. Die Stadtverwaltung solle Eltern von Kindern mit Glutose- oder Laktoseunverträglichkeiten auch unterstützen und beraten.

 


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