Bessere Arbeit, mehr Gehalt gegen Fahrermangel bei der AVG

LINKE im Karlsruher Gemeinderat kritisieren personalbedingte Fahrtausfälle bei der Albtal-Verkehrsgesellschaft (AVG)

 „Die personalbedingten Fahrtausfälle bei der AVG häufen sich wieder, wie fast genau vor einem Jahr. Für Berufspendelnde wird die Fahrt zum Arbeitsplatz oder abends nach Hause zum Lotteriespiel. Dass die AVG die Nichteinhaltung ihrer Fahrpläne per App verbreiten kann, ist ein zweifelhafter technischer Fortschritt.

Wir möchten nun von der Stadt wissen, was die AVG in den letzten Jahren unternommen hat, um die fehlenden Fahrerstellen zu besetzen. Angesichts weit verbreiteter Niedriglöhne gehen wir davon aus, dass mit attraktiven Arbeits- und Gehaltsbedingungen auch gutes Personal zu gewinnen ist. Wir möchten auch wissen, wie es mit den Stressbelastungen des Fahrpersonals aussieht und wie sich die Personalfluktuation entwickelt hat. Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit sind ist ein wesentlicher Konkurrenzvorteil des öffentlichen Nahverkehrs. Das darf nicht aufs Spiel gesetzt werden“, erklären die LINKEN Stadträte Sabine Zürn und Niko Fostiropoulos zu ihrer Anfrage an die Stadtverwaltung.

 

PRESSE-ECHO:

Badische Neueste Nachrichten | Karlsruhe | KARLSRUHE | 17.11.2018

Seite 31

Linke kritisiert Fahrtausfälle bei AVG

BNN – Die Fraktion der Linken im Gemeinderat kritisiert personalbedingte Fahrtausfälle bei der Albtal-Verkehrsgesellschaft (AVG). Für Berufspendler werde die Fahrt zum Arbeitsplatz oder abends nach Hause zum Lotteriespiel, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Fraktion möchte in einer Anfrage an die Stadtverwaltung wissen, was die AVG in den letzten Jahren unternommen hat, um fehlende Fahrerstellen zu besetzen, zudem stellt sie Fragen nach Stressbelastung und Personalfluktuation.

 

 

 

 

Im Folgenden die Anfrage im  Wortlaut:

 

Thema:  Personalbedingte Fahrtausfälle bei der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG)

 

Anfrage

 

  1. Wie stellt sich die AVG die Situation von Pendler/innen vor – vor allem aus der oder in die umliegende Region – die morgens zwischen 5 und 7 Uhr oder abends nach Arbeitsschluss an einer Haltestelle stehen, aber ihre S-Bahn fährt nicht wegen „Personalbedingter Fahrtausfälle“?

2. Die Kundschaft zahlt feste Preise für ihre Zeitkarten, aber die AVG erbringt die vereinbarte Leistung nicht: Wie stellt sich die AVG dazu?

3. Ein wesentlicher Konkurrenzvorteil des ÖPNV ist bzw. wäre Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit: Wie hat sich der seit 2015 offensichtlich gewordene Fehlbestand von Fahrer/innen bei der AVG in 2017 und 2018 entwickelt?

4. Wie hat sich die Fluktuation bei der Fahrerschaft der AVG je in den letzten 3 Jahren entwickelt?

5. Wie haben sich die Stressbelastungen der AVG-Fahrer/innen aus Sicht der AVG in den letzten 5 Jahren entwickelt?

6. Welche Verbesserungen der Arbeits- und Gehaltsbedingungen hat die AVG in den letzten 5 Jahren installiert, um mehr Bewerbungen zu bekommen bzw. das vorhandene Fahr-Personal zu halten?

 

Sachverhalt / Begründung:

 

Der Fahrermangel bei der AVG ist ein objektives Problem. „Personalbedingte Fahrtausfälle“ kann sich der ÖPNV in der Konkurrenz zum motorisierten Individualverkehr auf Dauer aber schlecht leisten. Es geht nicht nur um durch unerwartete Fahrtausfälle teils massiv geschädigte Fahrgäste. Es geht auch um einen gewaltigen Imageschaden. Jede/r sieht: „Die kriegen kein Personal zusammen. Besonders attraktiv können die Arbeitsbedingungen dort also nicht sein.“ Wie es derzeit aussieht, ist das keine Fehleinschätzung.

 

Unterzeichnet von: Sabine Zürn                                                Niko Fostiropoulos

 


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