Gift unter Heilbronn

07. November 2019  Salzbergwerk, Stadtzeitung

Der Stadtrat Dr. Erhard Jöst schreibt in der Heilbronner Stadtzeitung über den Giftmüll unterhalb Heilbronns:

Seit 1984 lagert das Salzbergwerk in großen Mengen „Sonder“-Müll ein. Denn um die Einsturzgefahr abgebauter Kammern zu bannen, musste man sie auffüllen. Der Landwirtschaftsminister ergriff sofort die Chance und ordnete die Deponierung von Filterstäuben aus der Müllverbrennungsanlage in Göppingen an. Dem Oberbürgermeister wurde arglistig versichert, dass niemand die Absicht habe, unterhalb von Heilbronn eine Sondermülldeponie einzurichten. Aber genau das wurde getan.

Heute werden in die Untertage- und in die Versatzdeponie jährlich ca. eine Million Tonnen Müll eingebracht. Es sind 500  verschiedene Müllstoffe aus verschiedenen europäischen Ländern, davon 200 hochgiftig. Heilbronn ist demnach einer der giftigsten Orte in Deutschland mit einem hohen Gefahrenpotential. Das erzeugt Ängste, die der Vorstand der SWS-AG nicht aus der Welt schaffen kann. Im Gegenteil: Wenn es in der Vergangenheit Wassereinbrüche, Firstabbrüche oder Unfälle mit Gefahrengütern gegeben hat, dann wurden diese verschwiegen und erst zugegeben, wenn man sie nicht mehr leugnen konnte. Zusammen mit den Umweltverbänden fordert daher die LINKE künftig schärfere Kontrollen und die Reduzierung des Giftmülls, der zudem so deponiert werden muss, dass eine Rückholbarkeit bei Bedarf möglich ist.



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