KNORR MUSS IN HEILBRONN BLEIBEN

18. November 2019  Betrieb&Gewerkschaft, Knorr
DIE LINKE bei der Knorr-Demo

Es klingt einfach – es wird eine Herausforderung! Unilever, der Mutterkonzern der Heilbronner Firma Knorr, hat den Beschäftigten und ihren Familien einen Kampf um deren Existenz erklärt. Um 21% Rendite herauszupressen soll das Werk Heilbronn geschlossen werden – die Beschäftigten würden zu viel verdienen!

Die Geschichte von Knorr gleicht in den letzten Jahren eher einer trüben Suppe als einer klaren Brühe. Waren es zur Jahrtausendwende noch etwa 1700 Beschäftigte, sind es aktuell noch etwa 700. Ein besonderer Einschnitt in die Wirtschaftlichkeit und Funktionalität des Standortes war vor wenigen Jahren die Verlagerung des Entwicklungszentrums nach Holland. Unilever spielt mit den Beschäftigten ein übles Spiel. Statt in den Standort zu investieren und ihn zukunftssicher zu machen, wird er ausgeblutet und den Beschäftigten die Schuld zugeschoben. Klar, wenn 21 % Gewinn das Ziel sind – Kapitalismus eben. Bei der Aktion am vergangenen Samstag wurde deutlich: den Fehdehandschuh nehmen die Beschäftigten und ihre Gewerkschaft NGG auf und werden den Kampf führen. Nur mit Solidarität wird dieser ein gutes Ende nehmen – „You“ll never walk alone“ war auf einem ver.di-Schal zu lesen. Die LINKE Heilbronn war mit ihrem Transparent und zahlreichen Mitgliedern mitten im Demonstrationszug: „Statt Profite für Unilever Investitionen für Knorr Heilbronn“, Stadtrat Konrad Wanner und Johannes Müllerschön als Mitglied der Regionalversammlung zeigten Flagge.

In mehreren Reden wurde kein Zweifel daran gelassen: Knorr muss in Heilbronn bleiben. Oberbürgermeister Mergel machte deutlich, dass die Stadt keinerlei Pläne für das große Firmengelände habe. Das ist der Standort der Firma Knorr und das muss er auch bleiben.

Betriebsratsvorsitzender Thilo Fischer betonte den Verhandlungswillen des Betriebsrates. In den letzten Jahren habe die Belegschaft viele Zugeständnisse gemacht, gerade auch beim Lohn. Jetzt gehe es ums Ganze. „Wir sprechen deutsch. Aber wir können auch französisch!“ Unilever France wird sich an das Französisch seiner Beschäftigten noch erinnern….

Uwe Hildenbrandt, der Landesvorsitzende der NGG, verwies auf die Solidarität der MAGGI- Kollegen in Singen mit den Knorrbeschäftigten. Martin Kunzmann, der DGB-Landesvorsitzende, berichtete von den zahlreichen gewerkschaftlichen Kämpfen im Land. Ob Daimler, Bosch oder hier Knorr. Sobald dunkle Wolken am Konjunkturhimmel auftauchen, sind es nicht mehr die lieben Mitarbeiter, sondern die Kostenfaktoren, die man reduzieren muss. Kurzarbeit, Entlassungen oder Werksschließungen – aus der sozialen Marktwirtschaft wird der Raubtierkapitalismus. Burkhard Siebert von der Heilbronner NGG erwähnte zum Schluss der Kundgebung Klaus Zwickel, der 1975 beim Marsch der 8000 AUDI-Beschäftigten nach Heilbronn als verantwortlicher IGM-Funktionär wesentlich an der damaligen Rettung des Neckarsulmer Werkes beteiligt war. Erstaunlich, wie sich die Forderungen gleichen. Damals hieß es: „AUDI Neckarsulm muss bleiben“ heute heißt der Kampf „Knorr Heilbronn muss bleiben“. Wie gut, dass es in der Region positive Erfahrungen mit einer solchen Forderung gibt.

Konrad Wanner 17.11.2019

Impressionen von der Knorr-Demo am 16.11.2019:


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