Mehr sozialer Wohnungsbau in HN nötig

22. Dezember 2020  Reden, Wohnen

Redebeitrag von Konrad Wanner zu Monitor Bauen und Wohnen in der Gemeinderatsitzung am 22.12.2020:
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, liebe Anwesende,
Zuwanderung lässt Heilbronn wachsen, zwischen 2015 und 2019 wuchs die Zahl der Einwohner Heilbronns um 4141 Personen.
In 2019 wurden in Heilbronn 888 Wohnungen fertig gestellt – die große Bautätigkeit zeigt endlich Ergebnisse, es besteht aber immer noch ein Überhang von 784 bis 2019 genehmigten, aber noch nicht gebauten Wohnungen.


Die meisten Wohnungen entstanden mit 732 im Geschoßwohnungsbau und in Wohnheimen und in einem Boardinghaus. Der Bau von Ein- und Zweifamilienhäusern erbrachte gerade mal 69 Wohnungen.
Ich teile nicht die im Monitor dargestellte positive Beurteilung der Entwicklung von geförderten Wohnungen. Der Zunahme der Anzahl steht nach wie vor ein Rückgang durch den Entfall der Mietpreisbindung gegenüber. Aber noch viel mehr wird die schlechte Situation deutlich, wenn man die hohe Nachfrage nach geförderten und bezahlbaren Wohnungen betrachtet. Die Zahl der Wohnungssuchenden bei der
Stadtsiedlung ist weiter gestiegen.
Die Stadtsiedlung ist nach wie vor der Hauptträger des geförderten Wohnungsbaus in Heilbronn, ein sehr positiver Faktor, den ich für die LINKE ausdrücklich hervorheben will. Allerdings wird es zunehmend schwieriger, sie mit dem Bau von geförderten Wohnungen allein zu lassen.
Wir halten es für richtig, bei den schon vom Gemeinderat ausgewiesenen
Baugebieten wie z.B. Längelter oder Fleischbeil die Erfahrung vom Neckarbogen 2 zu berücksichtigen: es ist möglich, auch bei 30% und mehr Anteil an geförderten Wohnungen Investoren zu finden. Die Konzeptvergabe und die gleichen Vorgaben für alle Investoren in einem Baugebiet schrecken nicht ab, im Gegenteil.
Ich möchte noch auf einen anderen Punkt aufmerksam machen, die Wohnungen für Studierende. Auf Seite 11 des Monitorberichtes werden 2335 Wohnheimplätze für Studierende ausgewiesen. Darunter sind 454 Zimmer/Plätze in den 3 Häusern des Studierendenwerkes Heidelberg. Sie bieten diese für eine Warmmiete zwischen 231 und 315€ im Monat an. Wenn man sich die Mieten in den anderen Wohnheimen
anschaut, wird schnell deutlich, daß bei Kaltmieten zwischen 405 und 572€ die Zimmer und Appartements mehr den Investoren satte Gewinne verschaffen, aber weniger Wohnraum für Studierende geschaffen wird.

Wir LINKE denken, dass in Zukunft noch mehr zusammen mit dem Studierendenwerk Wohnungen geschaffen
werden müssen – eine Aufgabe für die Landespolitik, die die Stadt Heilbronn durch zur Verfügung-Stellung von Grund und Boden jedoch unterstützen kann.
Zum Schluß möchte ich noch erfreut feststellen, dass im Bericht auch die FriedrichEbert-Trasse als mittelfristig zu erschließende Wohnbaufläche mit 290 Wohnungen aufgelistet ist. Wie sagte doch vor kurzem unser Oberbürgermeister in diesem Zusammenhang: am Ende ist das Baurecht entscheidend.


Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
Konrad Wanner, 22.12.2020


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